Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Niedersachsen Verdacht auf Geflügelpest ausgeräumt
Nachrichten Politik Niedersachsen Verdacht auf Geflügelpest ausgeräumt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:49 06.11.2009
Anzeige

„Eine anzeigenpflichtige Tierseuche liegt nicht vor“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Doch bleibt der Tod von rund 2000 Tieren, der den Alarm bei den zuständigen Behörden auslöste, rätselhaft. Weitere Untersuchungen seien nötig. Vorsichtshalber waren am Donnerstag und Freitag bereits 20.000 Küken und rund 9200 ausgewachsene Tiere gekeult worden. Alleine im Kreis Diepholz werden rund 330.000 Puten gehalten.

„Unsere Ergebnisse waren negativ“, sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg (LAVES). Und auch die weiteren Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems hätten keinen Befund gezeigt. Aufgekommen war der Verdacht, nachdem auf dem Putenhof mehrere Tiere mit geflügelpestähnlichen Symptomen verendet waren. Sofort waren Schutzmaßnahmen ergriffen und eine Überwachungszone von drei Kilometern eingerichtet worden.

Die LAVES-Sprecherin zeigte sich erleichtert. Immer wieder gibt es in Niedersachsen Verdachtsfälle aber auch gravierende Ausbrüche der Geflügelpest in den Beständen. Nach Information der Landwirtschaftskammer in Oldenburg ist Niedersachsen deutschlandweit das Land mit dem meisten Geflügel. Etwa die Hälfte der deutschen Puten wird hier gehalten. Der MEG-Marktinfo Eier & Geflügel zufolge gab es bei der letzten Viehzählung im Mai 2007 in der Bundesrepublik 10,9 Millionen Puten, davon befanden sich 5,3 Millionen in Niedersachsen und Bremen - wobei das kleinste Bundesland kaum ins Gewicht fällt. 483 der 2289 Putenbetriebe sitzen in Niedersachsen.

Der Ausbruch der Viruserkrankung kann in einem Land mit so hoher Geflügeldichte gravierende Auswirkungen haben. Im vergangenen Winter hatte die Geflügelpest mit dem Virus-Typ H5N3 im Kreis Cloppenburg einen Schaden von 14 Millionen Euro verursacht. Zahlreiche Putenbestände waren betroffen. Die Behörden mussten rund 570.000 Tiere töten lassen.

Nach Angaben der niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NWG) bekommen die Halter in einem solchen Fall eine Entschädigung aus der Tierseuchenkasse. Manche würden ihre Tiere zusätzlich versichern, sagte NGW-Geschäftsführer Dieter Oltmann. „Das ist trotzdem immer ein Schaden.“ Auf die Landwirte kämen Kosten für die Reinigung und Desinfektion der Ställe zu. Diese seien für einige Zeit gesperrt, so dass die Bauern dort nicht sofort neue Tiere unterbringen könnten.

lni

Karl Doeleke 06.11.2009
Michael B. Berger 06.11.2009