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Niedersachsen Viele Kandidaten setzen auf die Stichwahl
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00:15 23.09.2013
Von Klaus Wallbaum
Hildesheims Oberbürgermeister Klaus Machens (l.) und sein Gegenkandidat Ingo Meyer.
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Hannover

Der Prominenteste von den Kandidaten, die am Sonntag Oberbürgermeister oder Landrat werden wollen, wohnt in Holzminden – und bewirbt sich im Nachbarkreis. Der frühere Innenminister Uwe Schünemann (CDU) möchte Landrat in Hameln-Pyrmont werden. SPD und Grüne wollen das nach Kräften verhindern, und die spannende Frage wird sein, ob Schünemanns Gegenkandidat Tjark Bartels (SPD) im ersten Durchgang mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt. Wenn nicht, gibt es am 6. Oktober eine Stichwahl und damit eine zweite Chance für den früheren Innenminister, der nach wie polarisiert.

So wie der Sozialdemokrat Bartels in Hameln-Pyrmont der Favorit ist, gibt es auch bei anderen Direktwahlen am Sonntag eine klare Ausgangsposition. In fünf Kreisen, vier größeren und 24 kleineren Städten und Gemeinden wird gewählt. Von der Landeshauptstadt geht es bis in die Samtgemeinde Velpke. In einigen Gegenden kann man mit einem klaren Ergebnis rechnen, in anderen dürfte der Wahlausgang knapp werden. In Northeim etwa wird an der Wiederwahl von Landrat Michael Wickmann (SPD) nicht gezweifelt – und das, obwohl er eine neue Kandidatur zunächst nicht vorhatte. Doch der von Wickmann anfangs unterstützte Plan, den Kreis mit dem künftig fusionierten Kreis Göttingen/Osterode zu verschmelzen, scheiterte. Die Northeimer stiegen aus dem Projekt aus.

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In der Stadt Goslar wird ein haushoher Sieg des 37-jährigen Oberbürgermeisters Oliver Junk (CSU) erwartet. Nur die rechtsextreme NPD hat gegen den populären Verwaltungschef einen Gegenkandidaten aufgestellt. Einen eindeutigen Favoriten gibt es auch im Kreis Osterholz, wo ein Nachfolger für den langjährigen Landrat Jörg Mielke (SPD) gesucht wird, nachdem Mielke inzwischen zum Chef der Staatskanzlei in Hannover aufgestiegen ist. Favorit ist der SPD-Mann Bernd Lütjen.

Es gibt aber eine Reihe von Kommunen, in denen der Wahlabend spannender ist, zumal sich die voraussichtlichen Sieger kaum vorhersagen lassen. In der Stadt Hildesheim beispielsweise bewirbt sich der langjährige wie auch umstrittene Oberbürgermeister Kurt Machens erneut, gegen ihn hat sich aber ein Bündnis von CDU, SPD und Grünen positioniert. Unklar bleibt, ob der Herausforderer Ingo Meyer eine Chance gegen Machens hat. Möglicherweise fällt die Entscheidung erst in der Stichwahl am 6. Oktober, da noch ein dritter Bewerber aus dem rechtsextremen Lager antritt. Im Kreis Wolfenbüttel stehen sich zwei Frauen gegenüber – Barbara Thiel (CDU) und Christiana Steinbrügge (SPD). Der Ausgang kann knapp werden. Schwer vorhersagbar ist auch die Wahl des Landrats im Kreis Wesermarsch. Für die SPD tritt Stefan Kühn an, Sozialdezernent aus Wuppertal, CDU, FDP und Wählergemeinschaft bieten dagegen den parteilosen Bürgermeister von Ovelgönne auf, Thomas Brückmann. Sechs Kandidaten treten zur Oberbürgermeisterwahl in Osnabrück an, wo ein Nachfolger für den zum Innenminister aufgestiegenen Boris Pistorius (SPD) gesucht wird. Die Nase vorn haben dürften Wolfgang Griesert (CDU) und Birgit Bornemann (SPD). Eine Stichwahl zwischen beiden dürfte wohl notwendig werden.

Die Stichwahlen, die vor wenigen Jahren von der schwarz-gelben Landesregierung abgeschafft worden waren, hat Rot-Grün im Landtag als eines der ersten großen Gesetzesvorhaben wieder eingeführt. Tatsächlich rechnen sich viele Bewerber der SPD wegen dieser Stichwahlen große Chancen aus, denn sie hoffen auf die Unterstützung des vielerorts relativ großen Wählerreservoirs der Grünen. Mit den Stichwahlen gibt es allerdings ein Problem – sie werden dort, wo sie nötig werden, am 6. Oktober sein. Das ist zu Beginn der Herbstferien und zum Ende eines wegen des Tages der Einheit verlängerten Wochenendes. Deshalb besteht die Gefahr, dass die Wahlbeteiligung sehr niedrig sein wird.

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