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Niedersachsen Weil lobt Kirche als Partner des Staates
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13:29 26.11.2014
Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil spricht auf der Herbsttagung der Synode der Landeskirche in der Henriettenstiftung zum Thema „Kirche und Politk“. Quelle: Alexander Körner/dpa
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Hannover

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) möchte am guten Verhältnis von Staat und Kirche in Niedersachsen nicht rütteln. „Ich habe den Eindruck, wir ziehen an demselben Strang, und das in die gleiche Richtung“, sagte Weil am Mittwoch vor dem Parlament der hannoverschen Landeskirche. Land und Kirche präge eine „entspannte, freundschaftliche Partnerschaft“. Der neutrale Staat sei nicht nur bei der Wertefindung, sondern auch im Sozialen auf die Kirche angewiesen. „Die Kirche ist in vielen Bereichen der geborene Partner für staatliche Aktivitäten.“
Mit Weil sprach erstmals ein Ministerpräsident vor der Synode der evangelischen Landeskirche. Diese hatte den Regierungschef wegen ihres Tagungsschwerpunkts „Kirche und Politik“ eingeladen. Das traditionelle Verhältnis von Staat und Kirche war in letzter Zeit auch in Niedersachsen kritisch hinterfragt worden. So hatten im vergangenen Jahr die Grünen eine Überprüfung der Staatsleistungen an die Kirchen verlangt.

Anders als in anderen Bundesländern gebe es in Niedersachsen keinen Streit um den Gottesbezug in der Landesverfassung. „Wir sollten daran festhalten“, sagte Weil. Auch beim Religionsunterricht unterstütze das Land mit dem Einstellen von genügend Lehrern das Anliegen der Kirche. „Wir haben keine Absicht, Änderungen vorzunehmen.“ Rund die Hälfte der Schüler besuche den konfessionellen Religionsunterricht. Der möglichen Übernahme weiterer Schulen durch die evangelische Kirche gegenüber zeigte Weil sich aufgeschlossen. „Ich habe gute Erfahrungen mit kirchlichen Trägerschaften.“

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Weil lobte das Engagement der Kirche für Flüchtlinge, äußerte sich aber kritisch zu Fällen von Kirchenasyl. Er hob außerdem das Bemühen der Diakonie hervor, zu besseren Arbeitsbedingungen in der Pflege zu gelangen. „Ich weiß das außerordentlich zu schätzen.“
Die Unabhängigkeit und Zusammenarbeit von Staat und evangelischer Kirche ist in Niedersachsen im Loccumer Vertrag von 1955 geregelt. Diese Abmachung solle im kommenden Jahr gefeiert werden, sagte Weil.

Nach der jüngsten Volkszählung ist die Hälfte der 7,8 Millionen Niedersachsen evangelisch, weniger als ein Fünftel gehört der katholischen Kirche an. Die evangelische Kirche gliedert sich in Niedersachsen in fünf Landeskirchen. Die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ist die größte der bundesweit 20 Landeskirchen.

dpa

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