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Niedersachsen Wenn alle kungeln, fliegt Wulff davon
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20:10 22.09.2009
Von Klaus Wallbaum
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff Quelle: lni
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Ist das ein Zeichen dafür, dass Wulff aus dem Rennen ist bei den Personalplänen für die nächste Bundesregierung?

Niedersachsens CDU-Landeschef David McAllister deutete das jetzt so – und löste damit reichlich Spekulationen aus. In niedersächsischen Landtagskreisen wird Wulffs Abwesenheit jedoch eher als geschickter Schachzug verstanden: „Da er im Ausland weilt und an vielen Kungelrunden nicht teilnimmt, kann sich Wulff auch nicht verplappern“, sagt ein Insider. Und wenn Kanzlerin Angela Merkel ihn tatsächlich an ihren Kabinettstisch holen wollte, dann hätte das Zeit bis zum 6. Oktober, wenn Wulff zurück ist. Damit bliebe für Wulff also die Option auf Berlin bestehen.

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Der Ministerpräsident gilt seit Jahren als jemand, dessen wahres Ziel in der Bundespolitik liegt. In Hannover hängt viel von Wulffs Zukunft ab. Geht er nach Berlin, so dürfte CDU-Fraktions- und -Landeschef David McAllister sein Nachfolger als Ministerpräsident werden – und ein neues Kabinett aufstellen. Bleibt Wulff in Hannover, so dürfte es zwischen November und Januar eine Verjüngung der Landesregierung nach dem Ausscheiden einiger Minister geben. Ein Problem bliebe: Wulff hätte weiterhin in McAllister eine starke Nummer zwei neben sich, die zwar in Partei und Fraktion die Macht trägt, aber nicht selbst die Regierungsgeschäfte steuern kann. Bisher verbindet beide Männer strikte Loyalität, fast sogar Freundschaft. Aber Freundschaft in der Politik ist selten beständig.

Die Mutmaßung des „Weser-Kurier“, anstelle von Wulff könne McAllister nach Berlin gehen, als nächster CDU-Generalsekretär, entbehrt jeder Grundlage. Ohne Bundestagsmandat wäre jeder Generalsekretär ohne Machtposition – und McAllister hat sich klar auf die Landespolitik ausgerichtet.

Bliebe die Frage, welcher Niedersachse nach der Bundestagswahl in Berlin aufsteigen könnte. Innenminister Uwe Schünemann hat sich zwar in seinem Arbeitsgebiet bundesweit profiliert, doch für eine Nachfolge von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble käme wohl eher jemand in Betracht, der bereits Bundesliga spielt – ein Schwabe wie Volker Kauder oder ein Jurist wie Norbert Röttgen.