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Niedersachsen Wulff: Gorleben muss ergebnisoffen erkundet werden
Nachrichten Politik Niedersachsen Wulff: Gorleben muss ergebnisoffen erkundet werden
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Von Michael B. Berger
Quelle: ddp
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Wulff widersprach der Einschätzung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), dass der Standort Gorleben politisch bereits tot sei. Gabriel solle sich lieber auf die Sanierung der Asse konzentrieren, empfahl Wulff: „Da erwarten wir, dass er ein Schließungskonzept vorlegt, denn dort ist Gefahr im Verzug. Wulff sagte, er erwarte bei Gorleben „eine sachliche Debatte und keine Gorleben-ist-tot-Einwürfe in Rambo-Mentalität“. Er wies darauf hin, dass der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und sein Umweltminister Jürgen Trittin im Rahmen des Atomkonsenses mit den Energieunternehmen unterschrieben haben, dass es gegen die Eignung von Salzgestein wie in Gorleben keine Einwände gebe. Jetzt müsse die in den letzten neun Jahren unterbrochene Erkundung des Salzstocks fortgesetzt werden. „Dann wird es unter der Moderation einer neuen Bundesregierung Hearings zu Gorleben geben müssen, mit internationalen Experten, wo auch alle Bedenken vorgetragen werden.“ Dies sei zwingend notwendig.

Wulff widersprach zugleich Äußerungen seines Umweltministers Hans-Heinrich Sander (FDP), der am Donnerstag in einem Radiointerview erklärt hatte, bei einer Ablehnung Gorlebens könnten andere Standorte in Niedersachsen infrage kommen, die bereits in den siebziger Jahren genannt worden seien, wie Stöcke im Emsland und ein Gebiet „im Bereich Bad Zwischenahn“.

„Niedersachsen hat mit der Asse, dem Lager Schacht Konrad und Gorleben wirklich genug zu schultern – mehr kann uns nicht zugemutet werden“, sagte Wulff. Sollte Gorleben sich als ungeeignet erweisen, „müsste dann nach alternativen Standorten außerhalb Niedersachsens gesucht werden“, sagte Wulff: „Das habe ich seit Jahren allen Beteiligten klargemacht, Gabriel dagegen hat andere niedersächsische Standorte nie ausgeschlossen.“ Der Bundesumweltminister solle sich jetzt auf die Sanierung der Asse konzentrieren: „Da ist uns vor 40 Jahren ein echter Skandal ins Land gelegt worden.“ Zu neuesten wissenschaftlichen Zweifeln an der Eignung Gorlebens sagte Wulff, dass es für jede Position Vertreter gebe: „Die Bewertung muss in einem transparenten Verfahren erfolgen.“

Hannah Suppa 27.08.2009
Saskia Döhner 27.08.2009