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Niedersachsen Zehntausende bei Anti-Atom-Menschenkette
Nachrichten Politik Niedersachsen Zehntausende bei Anti-Atom-Menschenkette
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10:45 18.04.2010
Hand in Hand: Bürgerinnen und Bürger demonstrieren mit einer Menschenkette gegen Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke.
Hand in Hand: Bürgerinnen und Bürger demonstrieren mit einer Menschenkette gegen Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke. Quelle: dpa (Archiv)
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Es wird die größte Anti-Atom-Demonstration seit langem: Mehrere zehntausend Menschen wollen am kommenden Sonnabend (24. April) zwischen den Reaktorstandorten Brunsbüttel und Krümmel gegen längere Laufzeiten protestieren und den Ausbau erneuerbarer Energien fordern. Nach den Pannen im Atomendlager Asse bei Wolfenbüttel und dem Streit um Gorleben als weiteres Atomendlager werden auch viele Teilnehmer aus Niedersachsen erwartet.

24 Jahre nach dem Unglück von Tschernobyl soll eine 120 Kilometer lange Menschenkette ein deutliches Zeichen gegen Atomkraft setzen. Sie wird die aufgrund von Pannen seit Sommer 2007 fast durchweg abgeschalteten schleswig-holsteinischen Atommeiler in Krümmel und Brunsbüttel miteinander verbinden und quer durch Hamburg führen. „Die Mobilisierung läuft in Hamburg und an der Strecke sehr gut“, sagte Aktionssprecher Thorben Becker vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND).

Namhafte Künstler und Politiker unterstützen die Aktion. Zu ihnen gehören Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass, die Musiker Udo Lindenberg und Jan Delay, der auch ein Konzert in Brunsbüttel geben wird, die Schauspieler Andrea Sawatzki und Hannes Jaenicke, TV- Moderatorin Sarah Kuttner und der Hamburger Theaterintendant Corny Littmann. In einem Aufruf der Künstler heißt es, die Atomkraft berge ein verheerendes Unfallrisiko, blockiere den Ausbau der erneuerbaren Energien und bürde tausenden Generationen tödlichen Atommüll auf.

Sonderzüge aus München, Berlin und Kassel werden Teilnehmer an der Demonstration in den Norden bringen; außerdem rollen 180 Busse aus dem ganzen Bundesgebiet an. Im Wendland startet bereits am Mittwoch an den Atomanlagen Gorleben ein Konvoi aus Traktoren, Lastwagen und Fahrrädern nach Krümmel. Auch in Ahaus in Nordrhein-Westfalen und in Biblis in Hessen werden am Sonnabend Atomkraftgegner demonstrieren.

Die geplante Menschenkette zwischen Krümmel und Brunsbüttel verlangt den Veranstaltern viel ab: „Die große Herausforderung besteht darin, die Teilnehmer gleichmäßig auf die Strecke zu verteilen“, sagte BUND-Energieexperte Becker. Hunderte Helfer stehen bereit. Der Deutsche Gewerkschaftsbund, SPD, Grüne, Linke, der SSW (Südschleswigscher Wählerverband), zahlreiche lokale Initiativen und der Bundesverband Erneuerbare Energien unterstützen die Aktion.

Menschenkette im Internet

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