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Niedersachsen Zukunft der Transrapid-Teststrecke gesichert
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12:48 24.06.2009
Der neue Transrapid TR 09 auf der Teststrecke in Lathen
Der neue Transrapid TR 09 auf der Teststrecke in Lathen Quelle: Carmen Jaspersen/lni
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Bis Ende April 2010 werde die Teststrecke weiter betrieben, sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) am Mittwoch in Hannover. „Wir haben jetzt zehn Monate gewonnen, um einen Käufer auf internationaler Ebene für den Transrapid zu finden.“ Dafür seien die Betriebskosten für die Teststrecke von bislang rund 12 Millionen Euro jährlich auf 5,4 Millionen für die kommenden zehn Monate reduziert worden.

Die Entscheidung sei von allen Beteiligten am Mittwochmorgen beschlossen worden, betonte Rösler. Der Bund übernehme mit 2,1 Millionen Euro den größten Anteil an den Kosten. Der Landkreis und das Land Niedersachsen beteiligen sich mit jeweils 575.000 Euro. Der Rest werde von den Transrapid-Herstellern ThyssenKrupp und Siemens, der Betreibergesellschaft sowie dem bayrischen Bauunternehmen Max Bögl getragen. Zudem hatte Bögl den Einbau neuer Betonträger für den Transrapid versprochen, um so die Kosten für den Magnetschwebezug zu senken.

Der Bürgermeister der Samtgemeinde Lathen, Karl-Heinz Weber (CDU), zeigte sich erfreut über die Entscheidung. „Das ist die letzte Chance für die Technologie, weltweit vermarktet zu werden.“ Nach seinen Informationen sei das Interesse auch aus dem europäischen Ausland an der Technik gestiegen. Neben Delegationen aus den USA oder Brasilien kämen auch Besucher aus der Schweiz, den Niederlanden oder Großbritannien nach Lathen.

„Es wird einen reduzierten Testbetrieb geben müssen, das ist keine Frage. Aber natürlich bei Einhaltung der gegebenen Sicherheitsstandards“, sagte Rösler weiter. Im September 2006 waren 23 Menschen bei einem Unfall auf der Strecke ums Leben gekommen, als der Transrapid mit einem Werkstattwagen kollidierte. Der TÜV hatte jedoch nach einem Gutachten Mitte Mai dieses Jahres wieder grünes Licht für Testfahrten gegeben. Seitdem hätten bereits zwei Interessenten aus dem Ausland den Transrapid auf der Strecke befahren. Touristische Fahrten bleiben weiter verboten.

Die nächsten zehn Monate gelten als letzte Chance für den Transrapid. In den vergangenen Jahren waren zwei geplante milliardenschwere Projekte aus Kostengründen gestrichen worden. In München sollte der Transrapid Bahnhof und Flughafen miteinander verbinden, in Nordrhein-Westfalen war eine Strecke zwischen Dortmund und Düsseldorf geplant. Im chinesischen Shanghai fährt der bislang einzige Transrapid im regulären Betrieb.

lni

23.06.2009
Klaus Wallbaum 23.06.2009