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Politik Teebeutel ohne Aluklammer wurde in Niedersachsen erfunden
Nachrichten Politik Teebeutel ohne Aluklammer wurde in Niedersachsen erfunden
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22:32 14.11.2011
Ohne Alu geht es auch – Teebeutel aus niedersächsischer Produktion.
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Die Erfindung, die nun bei Teetrinkern in aller Welt ankommt, ist eine niedersächsische. Sechs Techniker der Ostfriesischen Teegesellschaft (OTG) in Buchholz in der Nordheide haben sich jahrelang mit der Frage beschäftigt, wie die Beutel statt mit der üblichen Klammer mit einem Baumwollfaden verbunden werden können; dann wurden die alten Maschinen umgerüstet. Unterdessen tüftelten Mitarbeiter der ostfriesischen Firma CW-Tec an neuen Anlagen. Dafür haben sie den Innovationspreis des niedersächsischen Handwerks erhalten. Inzwischen ist der Teebeutel mit umweltschädlicher Aluklammer Geschichte – zumindest bei der Ostfriesischen Teegesellschaft, die mit ihren Marken Meßmer, Milford und Onno Behrends in Deutschland Marktführer ist.

In den Hallen des OTG-Hauptwerks in Buchholz rattern 44 Teeabfüllanlagen, nun alle mit Nähmaschine. Chefmechaniker Joachim Beutler ist stolz, an der Entwicklung beteiligt gewesen zu sein. „Die Schwierigkeit lag im Tempo“, sagt der 58-Jährige. Es galt, innerhalb einer Sekunde vier Teebeutel verschließen und außerdem je ein Papieretikett anknoten zu lassen. Mit der Aluklammer war es einfacher. Aber die Aluminiumproduktion schadet der Umwelt, während die Teebeutel ohne Klammer zu hundert Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Für die OTG spielten natürlich die steigenden Metallpreise eine entscheidende Rolle. „Die Teegesellschaft spart 50 Tonnen Aluminium im Jahr ein“, sagt Andreas Rippstein, Chef von 135 Mitarbeitern.

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Im Betrieb werden auch Schwarzteesorten für den deutschen und den Weltmarkt zubereitet. Die Trichter mit zerkleinerten Teeblättern aus Indien oder China führen in eine gesonderte Abfüllhalle hinunter, damit die Klassiker von Duftnoten des Früchte- und Kräutertees unbeeinflusst bleiben. Die praktischen Portionsbehälter sind für alle gleich: maschinell aus einem Papierschlauch gefaltete Doppelkammern. Stets wird an zwei Stellen ein Faden vernäht, mit Beutel und Etikett.

Den Geschmack, meint Werksleiter Reppstein, mindern die Teebeutel nicht: „Beim Aufgießen ohne Beutel geht es eher darum, das Teetrinken zu zelebrieren.“ Der gebürtige Franke ist in Niedersachsen zum passionierten Teetrinker geworden. Dass hier besonders viel Tee getrunken wird, ist der Ursprungsregion der Ostfriesischen Teegesellschaft zu verdanken. „Der deutsche Durchschnitt liegt bei täglich 0,4 Tassen“, erzählt Reppstein. „Ein Ostfriese trinkt neun Tassen am Tag.“

Gabriele Schulte

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