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Deutschland / Weltweit Wenige Flüge ab Hannover fallen aus
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Wenige Flüge ab Hannover fallen aus
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12:08 16.10.2014
Bleiben heute oft am Boden: Germanwings-Flugzeuge. Quelle: afp
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Mit dem Ende der Lokführer-Streiks stehen einige Reisende am Donnerstagmittag vor einem neuen Problem. Wer einen Flug bei der Lufthansa-Tochter Germanwings gebucht hat, muss mit Ausfällen rechnen. Weil die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Piloten ab 12.00 Uhr für zwölf Stunden zur Arbeitsniederlegung aufgerufen hat, werden etwa 100 von 500 Flügen gestrichen, wie Germanwings am Mittwoch mitteilte.

Größere Standorte von Germanwings sind Köln/Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Berlin, Hannover, Hamburg und Stuttgart.  In Hannover-Langenhagen wurden für den Nachmittag und Abend zwei Flüge nach Stuttgart, einer nach Wien und einer nach London gestrichen, wie eine Flughafensprecherin am Donnerstag sagte. Auch die Flüge aus den drei Städten in die Landeshauptstadt würden entfallen.

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Sechs andere Flüge von Germanwings etwa nach Palma de Mallorca seien am Morgen gestartet, wenn auch mit Verspätung, hieß es.

Ob Ihr Flug betroffen ist, können Sie auf der Homepage von Germanwings anhand ihrer Flugnummer überprüfen. Folgende Flüge von und nach Hannover werden gestrichen:

16:25 Uhr: 4U 3016 nach Stuttgart
16:25 Uhr: 4U 2050 nach Hannover
17:50 Uhr: 4U 2051 nach Stuttgart
18:00 Uhr: 4U 3017 nach Hannover
18:15 Uhr: 4U 3758 nach Wien
19:25 Uhr: 4U 3370 nach London Stansted
20:20 Uhr: 4U 3371 nach Hannover
20:40 Uhr: 4U 3759 nach Hannover

Die Fluglinie veröffentlichte einen Ersatzflugplan im Internet. Gestrichene Verbindungen könnten auf der Germanwings-Homepage kostenlos umgebucht oder storniert werden, teilte die Fluglinie mit. Schwerpunkt bei der Flugplanung sei es, die Urlauber aus dem Mittelmeerraum zurückzubringen, sagte ein Germanwings-Sprecher. Dies gelinge nach bisherigem Stand komplett. Inlandsflüge fielen dagegen aus, die Passagiere könnten ab mittags auf die Bahn umsteigen. Die Fluglinie stelle Gutscheine aus.

In dem Tarifkonflikt geht es um die künftigen Übergangsrenten für 5400 Piloten und Co-Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Germanwings. Die Lufthansa hat die bisherigen Regeln zum Jahresende 2013 gekündigt. Sie will erreichen, dass die Piloten frühestens mit 60 (bislang 55) Jahren in den bezahlten Vorruhestand gehen können. Die Gewerkschaft erklärte, Lufthansa habe alle Kompromissvorschläge im Konflikt um die Übergangsrente der Piloten nicht aufgegriffen und mauere weiter. "Deswegen müssen sich die Kunden in der nächsten Zeit auf weitere Streiks einstellen".

Aufruf von Dobrindt

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) rief die Tarifparteien zu einer schnellen Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Nur dort könnten Ergebnisse erzielt werden, sagte Dobrindt am Mittwoch in Berlin. "Deshalb sollte man zügig versuchen, diesen wieder aufzusuchen." Streiks gehörten zur Tarifautonomie, allerdings solle die Zahl betroffener Dritter bei Auseinandersetzungen möglichst gering gehalten werden.

Der Piloten-Arbeitskampf bei der Lufthansa dauert seit Monaten an: 2.-4. April 2014: Mit einem dreitägigen Streik legen Piloten die gesamte Lufthansa praktisch lahm. 3800 Flüge fallen aus, etwa 425.000 Fluggäste sind betroffen.

29. August: Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) bestreikt die Lufthansa-Tochter Germanwings. 116 Flüge fallen aus. Laut Schätzungen der Airline sind rund 15.000 Passagiere betroffen.

5. September: VC bestreikt Kurz- und Mittelstreckenflüge der Lufthansa, die in Frankfurt starten. 218 Verbindungen fallen aus.

10. September: VC streikt am Drehkreuz München. 140 Flüge fallen aus. 16. September: Den in Frankfurt geplanten Langstrecken-Streik sagt die VC am Vorabend mit der Begründung ab, dass neue Gespräche angepeilt würden. Die Lufthansa hatte zuvor angekündigt, alle 40 bedrohten Überseeflüge auch ohne VC-Piloten anzubieten.

25. September: VC erklärt die erneuten Verhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert und kündigt weitere Streiks an.

30. September: Im Zuge eines erneuten Streiks am Drehkreuz Frankfurt streicht die Lufthansa knapp 50 Flüge - inklusive Rückflüge. Rund 20.000 Kunden sind den Angaben zufolge betroffen.

15. Oktober: VC kündigt an, dass an diesem Donnerstag um 12.00 Uhr die Kapitäne von Germanwings bundesweit für zwölf Stunden die Arbeit niederlegen wollen.

dpa