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Deutschland / Weltweit AWD arbeitet am Comeback
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit AWD arbeitet am Comeback
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19:22 30.03.2010
Von Albrecht Scheuermann
AWD-Hauptsitz in Hannover
AWD-Hauptsitz in Hannover Quelle: dpa
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„Wir werden im Jahr 2010 das Comeback von AWD erleben.“

Als Beleg nimmt er die Geschäftsentwicklung im heute zu Ende gehenden ersten Quartal. AWD habe in dieser Zeitspanne ein operatives Ergebnis von mehr als 9 Millionen Euro erzielt – und damit den Plan deutlich übererfüllt. Für das Gesamtjahr peilt die Tochter des Schweizer Lebensversicherers Swiss Life einen operativen Gewinn von 40 bis 50 Millionen Euro an.

Das zurückliegende Jahr war für den in mehreren Ländern tätigen Vermittler von Geldanlagen und Versicherungen durch eine tiefgreifende Restrukturierung geprägt. Damit war den Angaben zufolge ein Einmalaufwand von 54 Millionen Euro verbunden, der das Unternehmen tief in die roten Zahlen drückte. Am teuersten war demnach die Sanierung der österreichischen Tochter, die mehr als die Hälfte des Gesamtaufwandes verschlang. Weitere Kosten verursachten die Schließung der AWD-Töchter in Rumänien und Kroatien, die Verschlankung der Holding in Hannover sowie die durch ein Gerichtsurteil erzwungene Umbenennung von „Ihr unabhängiger Finanzoptimierer“ in „Ihr persönlicher Finanzoptimierer“.

Diese Einmalaufwendungen drückten das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf minus 41 Millionen Euro gegenüber einem Gewinn von 20 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der – aus den Provisionen für die Vermittlung resultierende – Umsatz war mit 529 Millionen Euro gut 16 Prozent niedriger als im Jahr 2008. Rund zwei Drittel davon wurden in Deutschland erzielt.

Die stärksten Verwerfungen waren in der Geschäftsregion Österreich und Osteuropa zu verzeichnen, wo der operative Verlust fast zwei Drittel des Umsatzes von gut 68 Millionen Euro aufzehrte. In Großbritannien wurde dagegen nach verlustreichen Jahren wieder ein Überschuss erzielt, und in der Schweiz fiel das Ergebnis um 17 Prozent besser aus als im Vorjahr.

Ende 2009 hatte der AWD nach eigenen Angaben mehr als 11.000 Vertreter unter Vertrag, darunter 5726 „voll ausgebildete und registrierte Finanzberater“. Wegen der Schließung in Rumänien und Kroatien sei die Zahl zum Jahresanfang 2010 jedoch auf 5342 gesunken.