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Deutschland / Weltweit Adidas peilt weitere Rekorde an
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Adidas peilt weitere Rekorde an
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16:19 07.03.2012
Der Vorstandsvorsitzende der adidas AG, Herbert Hainer. Quelle: da
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Herzogenaurach

Deutschland gegen Spanien: Sollten die Favoriten im Sommer tatsächlich im Finale der Fußball-Europameisterschaft aufeinandertreffen, stünde mit Adidas ein Sieger schon fest. Die Trikots der beiden Teams mit den drei Streifen würden dem Sportartikelhersteller neue Absatzerfolge bescheren.

Doch auch ohne ein solches Endspiel - so ist man sich im Unternehmen sicher - dürfte Adidas dank EM und Olympische Spiele der Konjunkturabkühlung trotzen. Der Branchenzweite nach Nike will den Gewinn in diesem Jahr um 10 bis 15 Prozent auf 736 bis 770 Millionen Euro steigern. Der Umsatz soll um bis zu 10 Prozent zulegen, wie der Konzern am Mittwoch in Herzogenaurach mitteilte.

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Die Fußball-EM in Polen und der Ukraine bringt Adidas ein noch größeres Geschäft als die Olympischen Sommerspiele in London. Mit Fußballausrüstung wollen die Franken 2012 einen Rekordumsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro erzielen. In Adidas-Trikots laufen sechs der 16 EM-Teams auf. Allerdings: Nike ist inklusive seiner Tochter Umbro noch stärker vertreten. Der Wettbewerb in dem Bereich ist hart. Puma hat hier unlängst zum Angriff geblasen. "Alle stürzen sich auf Fußball", sagt Adidas-Chef Herbert Hainer. Sein Unternehmen habe 2011 aber Marktanteile gewonnen.

"Wir sind voller Energie ins neue Jahr gestartet", sagte Hainer. Adidas wolle künftig weniger Produkte vertreiben - diese aber in größeren Mengen und in mehr eigenen Läden. "Investitionen in unser bestehendes Geschäft haben Priorität", betonte Finanzchef Robin Stalker. Obwohl das Unternehmen schuldenfrei sei, seien keine größeren Zukäufe geplant. Aus eigener Kraft wolle man die Aktivitäten in den Boom-Märkten China, Russland und Nordamerika verstärken. Zudem soll weiteres Geld in die Neuausrichtung der amerikanischen Tochter Reebok hin zu mehr Fitness-Produkten für Frauen fließen.

Im vergangenen Jahr erreichte der Adidas-Konzern Rekorde bei Umsatz und Gewinn. Hohe Wachstumsraten gab es vor allem in China, Russland und Nordamerika. Insgesamt stiegen die Erlöse um 11,3 Prozent auf 13,34 Milliarden Euro. Der Überschuss kletterte um 18,2 Prozent auf 671 Millionen Euro.

Mit neuen Verkaufsstrategien will Adidas für jugendliche Kunden attraktiv sein. So wirbt das Unternehmen immer mehr in sozialen Netzwerken wie Facebook oder auf Internetseiten wie YouTube. Punkten will Hainer auch in Deutschland mit der Marke Neo, die vor allem auf Teenager zielt. Erste Läden wurden soeben in Hamburg, Frankfurt, Berlin und Düsseldorf eröffnet, sechs weitere Filalen sollen bundesweit folgen. Die Erfolge von Adidas machen sich für Aktionäre und das Personal bezahlt. Die Dividende wurde um ein Viertel auf einen Euro je Aktie angehoben. Die Belegschaft in Deutschland wurde um 100 auf 4600 Beschäftigte aufgestockt. Weltweit beschäftigt Adidas fast 47000 Mitarbeiter.