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Deutschland / Weltweit Angela Merkel und Donald Tusk eröffnen CeBIT
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Angela Merkel und Donald Tusk eröffnen CeBIT
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09:30 05.03.2013
Von Frerk Schenker
Foto: Merkel und der polnische Premier Donald Tusk am Montag in Hannover.
 Merkel und der polnische Premier Donald Tusk am Montag in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine neue Gründerkultur in der IT-Branche ausgesprochen. Zur Eröffnung der CeBIT am Montagabend im Kuppelsaal in Hannover forderte sie bessere und einheitlichere Rahmenbedingungen für junge Unternehmen. „Wir müssen die reale Wirtschaft und die Informationstechnologie wieder besser verschmelzen.“ Das gelte nicht nur für Deutschland, sondern für den gesamten Kontinent. „Hier hat ganz Europa noch Nachholbedarf“, sagte sie vor rund 2500 Gästen.

Die Finanzkrise sei nur durch wirtschaftliches Wachstum zu überwinden, erklärte Merkel. Auf die Automobil- und die Maschinenbauindustrie allein könne sich Deutschland dabei jedoch nicht verlassen: „Für mehr Wachstum brauchen wir die IT-Branche.

Zugleich warnte Merkel, nur die technischen Innovationen im Blick zu haben. Durch die „Shareconomy“, das zum     CeBIT-Motto erklärte Teilen von Dingen und Dienstleistungen, würden auch die Ansprüche an die Verfügbarkeit von Menschen wachsen. Das habe nicht nur Auswirkungen auf die Arbeitswelt, sondern auch auf das private Umfeld von vielen Menschen. Hier stehe Deutschland vor einem revolutionären gesellschaftlichen Wandel. „Wir müssen lernen, die individuellen Bedürfnisse mit den Arbeitsbedingungen wieder in Einklang zu bringen“, sagte Merkel und fügte hinzu: „Der Mensch muss wieder Mittelpunkt der Politik werden.“

Auch Donald Tusk, Premier des Messe-Partnerlandes Polen, forderte, die Menschen beim digitalen Wandel nicht zu vergessen. Besonders die ältere Generation dürfe nicht abgehängt werden, sagte er und nahm dabei vor allem die jungen Europäer in die Pflicht. Zudem dürften neue Technologien nie gegen die Freiheit gerichtet sein – auch das sei eine Verpflichtung der Generation, die in der digitalen Welt aufwachse. Trotz der nachdenklichen Töne zeichnete Tusk ein selbstbewusstes Bild der polnischen IT-Branche, die sich in Hannover bis Sonnabend mit rund 150 Ausstellern präsentiert. Diese sei ein Schatz, der noch nicht gehoben wurde. „Entdecken Sie ihn für sich“, rief er den Branchenvertretern im Kupelsaal zu und lud Investoren in sein Heimatland ein: „Es gibt bei uns eine Explosion von Talenten.“

Dieser Artikel wurde aktualisiert.