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Deutschland / Weltweit Aufsicht prüft Zahlen der Deutschen Bank
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Aufsicht prüft Zahlen der Deutschen Bank
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21:04 04.04.2013
Hat sich die Deutsche Bank schöngerechnet? Sie selbst weist diesen Verdacht weit von sich. Quelle: dpa
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Frankfurt

Damit ziehen die Behörden ihr schärfstes Schwert. „Man ist noch am Anfang der Recherche“, sagte einer der Insider.

Den Angaben zufolge wollen Bundesbank-Prüfer auch nach New York reisen, um mit den Urhebern der Anschuldigungen zu sprechen. Die US-Aufsicht SEC prüft schon länger, ob der deutsche Branchenprimus in der Finanzkrise Buchverluste in Milliardenhöhe nicht ausgewiesen und sich damit schöngerechnet hat. Ansonsten hätte das Institut womöglich Staatshilfe gebraucht. Die Deutsche Bank hat die Anschuldigungen wiederholt zurückgewiesen.

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Alarmiert wurden die deutschen Aufseher offenbar von Medienberichten. Ende vergangenen Jahres hatte sich einer der Hauptbelastungszeugen, der frühere Risikoanalyst Eric Ben-Artzi, in Interviews zu Wort gemeldet. Er wirft der Deutschen Bank vor, hochkomplexe Wertpapiere in einem bis zu 130 Milliarden Dollar schweren Derivate-Portfolio zwischen 2007 und 2010 zu hoch bewertet zu haben. Hätte das Institut die niedrigeren Marktwerte angesetzt, wäre es damals „in sehr viel schwächerer Verfassung“ gewesen, hatte der Analyst erklärt. Die Bank verbuchte allein 2008 unter dem Strich einen Verlust von knapp 4 Milliarden Euro - sie musste aber anders als die Commerzbank nicht vom Steuerzahler aufgefangen werden.

Die internationalen Bilanzierungsregeln erlauben alternative Bewertungsmethoden, wenn es - wie es in der Finanzkrise vorkam - keine Marktpreise für bestimmte Papiere gibt. Die Aufsicht gehe deshalb zunächst davon aus, dass die damalige Bilanzierung der Deutschen Bank den Regeln entsprochen habe, wolle aber auf Nummer sicher gehen, hieß es. „Schließlich haben sich auch im Nachhinein keine Lücken in der Bilanz aufgetan.“ Auch die Wirtschaftsprüfer des Geldhauses erhoben keine Einwände gegen die Bewertungen. Sie sollen nun noch einmal befragt werden.

Über das Einschreiten der deutschen Aufseher hat zuerst die „Financial Times“ berichtet. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die Deutsche Bank wollten sich zur Sonderprüfung nicht äußern. Die Bundesbank erklärte nach dem Zeitungsbericht, sie könne nichts zu Maßnahmen gegen einzelne Institute sagen. „Grundsätzlich können sie davon ausgehen, dass wir erhobenen Vorwürfen nachgehen, um sie auf ihre Stichhaltigkeit hin zu überprüfen.“

Die Deutsche-Bank-Anleger gaben sich am Donnerstag gelassen. Die Aktie hielt sich jedenfalls nicht schlechter als der Dax. Erst am Vortag hatte die Bank den Abgang von Vize-Finanzchefin Charlotte Jones bekannt gegeben, ohne Gründe zu nennen. Im März hatte die Bank die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten nachträglich und recht deutlich erhöht. Ende 2012 beliefen sie sich auf 2,4 Milliarden Euro. Vor allem viele Hypothekenklagen in den USA sind noch nicht abgearbeitet.