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Deutschland / Weltweit China zieht Dreckschleudern aus dem Verkehr
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit China zieht Dreckschleudern aus dem Verkehr
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09:57 27.05.2014
„Längst überfällig“: In den Metropolen wird der Smog bekämpft.
„Längst überfällig“: In den Metropolen wird der Smog bekämpft. Quelle: Rolex Dela Pena
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Peking

Im kommenden Jahr sollen weitere 5 Millionen Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden. Auf Chinas Straßen fuhren zum Ende des vergangenen Jahres nach Zahlen des Innenministeriums 137 Millionen Autos.

In keinem Land der Welt werden derzeit so viele Autos gekauft wie in China. Gleichzeitig verschlimmert die wachsende Zahl der Fahrzeuge auf den Straßen jedoch die Luftverschmutzung. Im vergangenen Jahr haben nur 3 von 74 Großstädten den staatlichen Standard für gute Luft eingehalten. In der Hauptstadt Peking leiden die Bürger fast jeden Tag an einer gefährlich hohen Feinstaubkonzentration. Für die schlechte Luft in Peking sind Autos laut Behördenangaben zu etwa einem Drittel verantwortlich. Die Vorgaben aus Peking würden zunächst vor allem Busse und Lastwagen treffen, vermutete Julian Schwabe, Analyst von China Greentech Initiative. „Der Schritt war längst überfällig.“

Seit Jahren hatte Chinas Umweltministerium angekündigt, dass Autos mit hohem Schadstoffausstoß, die bereits eine gelbe Plakette haben müssen, künftig gar nicht mehr fahren sollen. Nach Angaben von 2012 fielen 16 Prozent der Fahrzeuge in diese Kategorie. China experimentiert seit Jahren mit strengeren Regeln für Autos. In den Metropolen wird die Zahl der Nummernschilder begrenzt. In einer Art Lotterie werden etwa in Peking jeden Monat 20 000 Neuzulassungen verlost, die Chance auf die Plakette liegt teilweise bei 1 zu 100.

Modelle der deutschen Hersteller wird der Regierungsplan nicht betreffen, sie erfüllen die Standards bereits. Es könnte eher zusätzliche Nachfrage nach den neuen Elektroautos entstehen, die von der chinesischen Regierung gefördert werden. Im März hatte Chinas Führung angekündigt, den Kampf gegen die Verschmutzung der Luft, des Wassers und des Bodens zu intensivieren. „Wir erklären der Umweltverschmutzung den Krieg“, hatte Regierungschef Li Keqiang in seiner Eröffnungsrede zum Volkskongress ausgerufen.

Stephan Scheuer

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