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Deutschland / Weltweit Bahn erhöht Preise im Regionalverkehr
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Bahn erhöht Preise im Regionalverkehr
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21:01 13.10.2010
Für Fahrten in Regionalzügen müssen Bahnkunden künftig mehr zahlen.
Für Fahrten in Regionalzügen müssen Bahnkunden künftig mehr zahlen. Quelle: dpa
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Erstmals seit 2002 verzichtet der Staatskonzern jedoch auf eine Preiserhöhung im Fernverkehr (ICE, IC, EC). Auch der Preis für die Bahncard bleibt konstant.

Mit der „Aussetzung“ der Preiserhöhung im Fernverkehr wolle man „ein klares Zeichen setzen“ und neue Kunden für die Schiene gewinnen, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube. Als wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen könne sich die Bahn aber „solche Kraftanstrengungen nur im Ausnahmefall leisten“.

In den vergangenen sieben Jahren hat die Bahn die Preise im Nah- und Fernverkehr insgesamt achtmal erhöht, was auf Kritik von Fahrgast- und Umweltverbänden stieß. Im vergangenen Dezember verteuerten sich die Fahrscheine um 1,8 Prozent. Im Jahr zuvor waren es fast 4 Prozent gewesen.

Besonders wegen Pannen, Verspätungen und Qualitätsproblemen bei der Bahn erregten die Erhöhungen immer größeren Unmut bei Kunden und Politikern. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hält den Verzicht auf höhere ICE- und IC-Preise daher für eine Selbstverständlichkeit. Die teilweise Einsicht der Bahnspitze sei zu begrüßen, denn Fahrgäste hätten seit mehr als einem Jahr unter Einschränkungen im Zugverkehr zu leiden. Es wäre deshalb „schlichtweg eine Frechheit gewesen, die Bahnpreise anzuheben“, meinte VCD-Chef Michael Ziesak. Der Verkehrsklub forderte Grube auf, auch im Regionalverkehr die Preise nicht zu erhöhen.

Dass die Bahn im Regionalverkehr an der Preisschraube dreht, begründete Vorstandsmitglied Ulrich Homburg unter anderem mit gestiegenen Kosten. Er bezeichnete die Erhöhung der Ticketpreise als moderat: „Der Durchschnitt der Verkehrsverbünde in Deutschland wird im nächsten Jahr die Preise um etwa 2,4 Prozent anheben. Ich glaube, da passen wir sehr gut in die Landschaft.“ Im vergangenen Jahr reisten nach Angaben der Bahn täglich 340.000 Personen im DB-Fernverkehr – aber 3,4 Millionen Passagiere mit DB Regio.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) lobte, dass die Fernverkehrpreise stabil bleiben. „Dies ist ein gutes Signal an die Bahnkunden, die im vergangenen Sommer und Winter einige Strapazen in Kauf nehmen mussten.“ Deutlicher wurde der verbraucherpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Erik Schweickert: „Eine Erhöhung der Bahntickets im Fernverkehr wäre das völlig falsche Signal gewesen. Denn für die unzähligen Pannen der Bahn in diesem Jahr haben deren Kunden ohnehin schon viel zu teuer bezahlt.“ Die Preiserhöhungen im Regionalverkehr seien ein bitterer Wermutstropfen.

Auch die Preise für Spezialfahrkarten im Regionalverkehr sollen steigen, wie die Bahn mitteilte. Das Schönes-Wochenende-Ticket etwa kostet künftig am Schalter 41 Euro und am Automaten 39 Euro. Dies sind dann 2 Euro mehr als bisher. Ländertickets werden um einen Euro teurer. Zudem kündigte das Unternehmen die Wiedereinführung des „Quer-durchs-Land-Tickets“ an. Vom 12. Dezember an können Bahnreisende damit für 42 Euro durch das Land fahren. Jeder von bis zu fünf Mitreisenden zahlt weitere 6 Euro. Kinder und Enkel unter 15 Jahren fahren kostenlos mit. Das Angebot gilt von Montag bis Freitag für beliebig viele Fahrten an einem Tag bis 3 Uhr des Folgetages in Regionalzügen der DB sowie in S-Bahnen.

dpa/afp