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Deutschland / Weltweit Banken planen bis zu fünf Euro Automatengebühr
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Banken planen bis zu fünf Euro Automatengebühr
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16:23 26.03.2010
Die Banken haben nach Angaben der Verbraucherministerin Aigner zugesagt, im April nach Abschluss ihrer Beratungen eine Lösung bei der Automatengebühr zu präsentieren. Quelle: Rainer Dröse (Archiv)
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Die Kunden sollen für das Abheben an Automaten anderer Geldinstitute nach den Plänen der Banken und Sparkassen vorerst maximal fünf Euro zahlen. Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa vom Freitag aus den Eckpunkten hervor, auf die sich Sparkassen, Banken und Volksbanken am Montag verständigt haben. Die freiwillige Deckelung soll zunächst für eineinhalb Jahre gelten. Beim Abheben soll den Kunden die Gebühr auf dem Bildschirm anzeigt werden. Geplant ist, dass er den Vorgang vor der Auszahlung noch abbrechen - und sich einen günstigeren Automaten suchen kann. Wenn fünf Euro überschritten werden, soll dies von einer Stelle öffentlich gemacht werden.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hält eine Obergrenze von fünf Euro für einen Schritt in die richtige Richtung. „Das kann aber dann definitiv nur der Höchstpreis und nicht der Durchschnittspreis sein“, sagte sie im Deutschlandfunk. Die Banken haben nach Angaben der Ministerin zugesagt, im April nach Abschluss ihrer Beratungen eine Lösung zu präsentieren. Aigner traf sich am Freitag mit Vertretern des Bundesverbandes deutscher Banken, um über die Automatengebühr und die geplanten „Beipackzettel“ für Geldanlagen zu sprechen.

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Wer an fremden Automaten Geld abhebt, zahlt derzeit bis zu zehn Euro Gebühr. Die Banken wollen zügig „nachhaltige Preissenkungen“. Denkbar ist allerdings, dass einzelne Institute über die fünf Euro hinausgehen könnten. Die Institute beraten derzeit untereinander und mit dem Bundeskartellamt über ihre Pläne. Das Kartellamt prüft, ob die aktuellen Gebühren überhöht sind. Die Banken gehen davon aus, dass ihr Vorhaben bis Juni 2010 besiegelt sein kann. Das Ziel sei eine flächendeckende Umstellung bis zum Jahresende, hieß es.

Die Opposition hält eine Höchstgebühr von fünf Euro für viel zu hoch. „Zwei bis drei Euro als Obergrenze sind absolut ausreichend, auch bei Automaten die eher in ländlichen Gegenden stehen“, sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn der dpa. Die SPD-Fraktion sprach von „Abzocke“, weil die tatsächlichen Kosten weitaus geringer seien. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen verlangte gesetzliche Höchstbeträge. „Der Markt ist offenbar nicht in der Lage, den Wucher zu verhindern“, teilte Verbandschef Gerd Billen mit. Der Chef des Bundestags-Verbraucherausschusses, Hans-Michael Goldmann (FDP), erwartet angesichts der geplanten Obergrenze von fünf Euro „neues Vertrauen für die Finanzwelt“.

dpa