Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Baugeldzinsen schon unter vier Prozent
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Baugeldzinsen schon unter vier Prozent
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 17.02.2009
Günstige Zeiten für den Eigenheimbau: Die Zinsen sind niedrig wie lange nicht. Quelle: Handout
Anzeige

Teure Darlehen für den Haus- oder Wohnungskauf kosten bis zu 87.400 Euro mehr als bei den günstigsten Anbietern, wie die Stiftung Warentest anhand eines Beispielfalls berechnet hat. Sie rät Verbrauchern, Kreditangebote unter die Lupe zu nehmen. Noch nie habe sich das so ausgezahlt wie derzeit, denn die Zinsunterschiede am Markt seien enorm gestiegen.

Die von der Stiftung herausgegebene Zeitschrift „Finanztest“ hat die Baukredite von 89 Banken, Bausparkassen, Versicherern und Vermittlungsfirmen verglichen. Das überraschende Ergebnis, veröffentlich in der Märzausgabe: Die besten Angebote lieferten in den sechs Modellfällen regionale Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Die Banken vor Ort waren sogar günstiger als Direktbanken und Vermittler im Internet. Das Topangebot kam zum Testzeitpunkt von der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Dort erhielten Häuslebauer Mitte Januar einen Zehnjahreskredit über 200.000 Euro für einen Neubau zum Effektivzins von 3,92 Prozent. Der teuerste Anbieter verlangte 5,91 Prozent. Der Kunde zahlt in diesem Fall genau 38.512 Euro mehr.

Anzeige

Durch die Finanzkrise sind die Hypothekenzinsen den Experten zufolge um fast einen Prozentpunkt gesunken. Auch langfristige Darlehen können sich Kunden zu günstigen Konditionen sichern. Kredite mit zwanzig Jahren Zinsbindung gibt es für unter 5 Prozent. Zudem sind die Anbieter flexibler denn je, so die Studie. Das Recht auf Sondertilgung sei inzwischen Standard, auch eine veränderte Rate vielfach ohne Aufpreis möglich.

Den größten Preisunterschied ermittelte „Finanztest“ bei der Vollfinanzierung einer 160.000 Euro teuren Wohnung. Der günstigste Anbieter, die Sparkasse Dortmund, verlangt bei 20 Jahren Zinsbindung und 1,5 Prozent Tilgung nur 4,7 Prozent Effektivzins. Beim teuersten Anbieter stünden fast 7 Prozent im Vertrag. Damit würde der Kunde insgesamt 87.400 Euro mehr zahlen.

Die Preisbrecher im Markt sind laut Stiftung Warentest regionale Banken. Die Sparda-Banken, die Volksbanken Düsseldorf Neuss und Münster sowie die LBS Ost schnitten besonders gut ab. Bei Anbietern mit bundesweitem Filialnetz lagen BBBank, Commerzbank und Debeka teilweise auch noch vor der Internetkonkurrenz.

Immer prüfen sollten Kreditnehmer, ob die Banken auch die neuen Riester-Darlehen anböten. Diese seien erste Wahl wegen der hohen staatlichen Förderung, die sich bis Rentenbeginn auf teils mehr als 50.000 Euro summieren könne. Allerdings bieten bisher nur wenige Institute diese Darlehen an, die zudem im Schnitt etwas teurer seien. Auf jeden Fall sollte man sich Finanzierungsangebote mit und ohne Riester-Förderung erstellen lassen, rät die Stiftung. Als Faustregel gelte, dass sich Riester-Darlehen lohnen könnten, wenn der Zinssatz nicht um mehr als einen halben Prozentpunkt höher liege.

Die Experten raten, die niedrigen Zinsen zu einer höheren Tilgung zu nutzen. Je schneller ein Kredit abbezahlt ist, desto geringer ist die gesamte Zinslast.

von Thomas Wüpper