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Deutschland / Weltweit Berlin beschließt mehr Freiheit für Bausparkassen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Berlin beschließt mehr Freiheit für Bausparkassen
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22:21 23.09.2015
Von Albrecht Scheuermann
„Kreditgeschäft wird erleichtert“: Die LBS Nord in Hannover hält die geplante Lockerung der Vorschriften für sinnvoll.
„Kreditgeschäft wird erleichtert“: Die LBS Nord in Hannover hält die geplante Lockerung der Vorschriften für sinnvoll.  Quelle: Kutter
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Berlin

„Die Bundesregierung will es den Bausparkassen ermöglichen, sich flexibler den geänderten Rahmenbedingungen im Kreditwesen anzupassen“, hieß es. Das Kerngeschäft der Bausparkassen besteht darin, durch den Abschluss von Bausparverträgen Geld bei ihren Kunden einzusammeln und wieder in Form von günstigen Bauspardarlehen an die Kunden zurückzugeben. Durch die extremen Niedrigzinsen am Kapitalmarkt funktioniert dies aber nicht mehr richtig.

Deshalb bekommen sie nun die Möglichkeit, die Bauspargelder auch außerhalb des „Kollektivs“, wie es im Fachchinesisch heißt, anzulegen. Sie müssen also nicht mehr ausschließlich in Bauspardarlehen umgewandelt werden, sondern dürfen auch als ganz normale Hypothekendarlehen in den Markt zurückfließen. Außerdem eröffnet das neue Gesetz den Bausparkassen die Möglichkeit, wie Banken Pfandbriefe herauszugeben – dies gibt ihnen mehr Spielraum bei der Geldbeschaffung.

Bei der Norddeutschen Landesbausparkasse Berlin-Hannover (LBS Nord) stößt die Reform auf ein positive Echo, „da endlich eine Anpassung an regulatorische Erfordernisse erfolgt ist“. LBS-Chef Rüdiger Kamp verwies darauf, dass das Bausparkassengesetz zuletzt vor rund 25 Jahren geändert worden sei. Seitdem habe sich aber die Situation für die Institute grundlegend gewandelt. „Es gibt einige Verbesserungen für die Bausparkassen, die vor allem das Kreditgeschäft erleichtern werden“, meinte der LBS-Chef. Dadurch bekämen die Bausparkassen bessere Möglichkeiten, zinsgünstige Darlehen für die Wohnungsbaufinanzierung anzubieten.

Auch der Verband der Privaten Bausparkassen zeigte sich insgesamt zufrieden. „Wenn die Bausparguthaben künftig auch für die Vergabe nicht bausparunterlegter Baudarlehen genutzt werden können, kann dies auf der Finanzierungsseite helfen, das Zinsergebnis zu verbessern.“ Gleiches gelte für die Möglichkeit, künftig Pfandbriefe herauszugeben. Allerdings wünschen sich die privaten Bausparkassen noch weiterreichende Änderungen. So soll die heute geltende Beleihungsgrenze von 80  Prozent gelockert werden. Die Kunden der Bausparkassen sollen also einen größeren Teil 
ihrer Investitionen mit Bauspardarlehen finanzieren können. Außerdem möchten die Institute einen Teil des Spargeldes auch in Unternehmensanleihen und Aktien anlegen. Dies ist ihnen bisher verboten. Die Vorschläge wollen sie nun in das weitere Gesetzgebungsverfahren einbringen. Der Gesetzentwurf muss noch von Bundestag und Bundesrat gebilligt werden, bevor er in Kraft treten kann. Nach dem Willen der Bundesregierung soll dies noch in diesem Jahr der Fall sein.     

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