Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Betriebsratschef will Trennung von GM
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Betriebsratschef will Trennung von GM
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:27 16.02.2009
Opel- Betriebsrat fordert Trennung von GM. Quelle: ddp/Millauer
Anzeige

„Es gibt kein Weiterso mit GM, wir sehen nur eine Perspektive in der Herauslösung“, so Franz. Dies gelte für alle europäischen Standorte des Autoherstellers. Opel sei „zu einem großen Teil ein europäisches Unternehmen“. Trotz einer Herauslösung müsse für Opel jedoch auch weiterhin der Zugriff auf Technologien des GM-Konzerns gesichert bleiben. Die Patente der bisherigen technischen Innovationen Opels liegen bei der Konzernmutter in Detroit.

Medienberichten zufolge wird derzeit von verschiedener Seite an einer Herauslösung Opels aus dem GM-Konzern gearbeitet. Opel-Chef Hans Demant und GM-Europachef Carl-Peter Forster hätten bei einem Gespräch im Kanzleramt in der vergaangenen Woche mögliche Wege für eine Trennung von GM skizziert, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Wochenende unter Berufung auf Kreise. Jedoch müsse noch geprüft werden, ob diese Vorschläge tragfähig seien. Hintergrund für die Überlegungen sind Bemühungen Opels um staatliche Finanzhilfen angesichts der Schieflage der US-Mutter. Es soll verhindert werden, dass Steuergelder, die als Unterstützung für ein deutsches Unternehmen gedacht sind, womöglich in die USA fließen.

Wie die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ vom Montag unter Berufung auf nordrhein-westfälische Regierungskreise berichtete, arbeiten derzeit neben der Bundesregierung auch die Regierungen der Bundesländer Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen an einem Modell zur Abtrennung Opels vom GM-Konzern. Dabei werde auch eine direkte Beteiligung der Länder an Opel in Form von Aktien erwogen. Als Vorbild gelte hierbei der VW-Konzern, an dem das Land Niedersachsen zu 20 Prozent beteiligt ist.

Ziel einer staatlichen Beteiligung sei die Existenzsicherung von Opel, berichtete die „WAZ“ unter Berufung auf Regierungskreise. Wie „SZ“ und „WAZ“ berichteten werde dafür auch eine eigenes Opel-Gesetz diskutiert - ähnlich dem VW-Gesetz, das dem Land Niedersachsen ein besonders Mitspracherecht bei wichtigen Unternehmensentscheidungen sichert. Nach Angaben der „WAZ“ laufen die Gespräche über eine Herauslösung Opels aus dem GM-Konzern schon seit Wochen.

Unterdessen kündigte GM harte Einschnitte in seinen europäischen Werken an. Um Kosten zu sparen, werde es „unkonventionelle und aggressive Schritte“ geben, teilte GM mit. Gerüchte über Werkschließungen bestätige der Konzern jedoch nicht. In den vergangenen Tagen hatte die Fachzeitschrift „Automotive News Europe“ berichtet, GM-Standorte im belgischen Antwerpen und britischen Ellesmere Port sowie mindestens ein deutsches Werk seien von der Schließung bedroht. Der Opel-Mutterkonzern General Motors muss am Dienstag in den USA seine Pläne für eine Sanierung des schwer angeschlagenen Unternehmens vorlegen.

afp