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Deutschland / Weltweit Maschmeyer verklagt seine Anlageberater
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Maschmeyer verklagt seine Anlageberater
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21:48 19.03.2014
,,Nur Sachen, die man selbst versteht“: Maschmeyer (links) hat auch Geld für Veronica Ferres und Mirko Slomka angelegt.
,,Nur Sachen, die man selbst versteht“: Maschmeyer (links) hat auch Geld für Veronica Ferres und Mirko Slomka angelegt. Quelle: Dröse
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Es geht nicht nur um Geld des AWD-Gründers, seiner Söhne und seiner früheren Frau. Maschmeyer legte bei Sarasin auch Geld im Auftrag seiner Lebensgefährtin Veronica Ferres und seines Freundes Mirko Slomka an. Zu den Geschädigten gehört auch der Hamburger Prominentenanwalt Matthias Prinz und nach Angaben der Zeitschrift „Stern“ der Fleischunternehmer und Schalke-Boss Clemens Tönnies. Eine Klage des Drogerieunternehmers Erwin Müller gegen Sarasin läuft bereits.

„Wir werden die Bank verklagen, und zwar in drei Dimensionen: Wegen Täuschung und Betrugs, auf Rückabwicklung des Geschäfts und wegen Verstoß gegen das Bankgeheimnis“, sagte Maschmeyer am Mittwoch der HAZ: „Ich bin vorsätzlich getäuscht worden.“

Es geht um einen Fonds, den Sarasin  nach Maschmeyers Worten als „Anlage basierend auf Aktiengeschäften“ verkauft hat. Der mögliche Kursverlust  sei wegen diverser Absicherungen auf nur 2 Prozent beziffert worden, als Rendite wurden knapp 10 Prozent in Aussicht gestellt. Nach „Stern“-Darstellung investierte Maschmeyer erst 5, dann weitere 10 und dann weitere 40 Millionen Euro. 

Jetzt macht der Fonds doppelten Ärger: Nur ein Teil sei zurückgezahlt worden, obwohl Maschmeyer nach eigenen Angaben seit Herbst 2011 die Rückzahlung fordert. Die Bank begründe das mit Problemen im Fonds.  Außerdem ist die Konstruktion steuerrechtlich heikel, was die Bank beim Vertragsabschluss bestritten haben soll. Maschmeyer vermutet sogenannte Cum-ex-Geschäfte, bei denen durch internationalen Aktienhandel rund um den Dividendentermin Steuererstattungen ohne vorherige Zahlungen erreicht werden – auch bekannt als „Dividendenstripping“.

Dank einer Gesetzeslücke war dieser Trick für einige Jahre möglich. Maschmeyer wehrt sich nun ebenso wie Slomka gegen den Verdacht der Steuertrickserei: Sarasin habe ausdrücklich versichert, dass der Fonds nicht auf „Cum-ex-Geschäften“ basiere und auch sonst steuerlich unbedenklich sei. Nach langjährigen Geschäftsbeziehungen des AWD zu Sarasin habe die Bank „einen enorm hohen Vertrauensvorschuss“ bei ihm gehabt, sagt Maschmeyer

Dass viele Geschäftsunterlagen und der Verdacht der Steuertricks ihren Weg zum „Stern“ gefunden haben, lastet Maschmeyer ebenfalls der Bank an – andere Quellen könne es kaum geben. Deshalb werde er auch wegen Bruchs des Bankgeheimnisses klagen. Außerdem hat der Unternehmer, dessen Vermögen auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt wird, die deutsche Finanzaufsicht Bafin und die schweizerische Finma alarmiert. Nach seiner Überzeugung sind Anleger insgesamt um mehrere Hundert Millionen Euro gebracht worden, auch andere bereiteten Klagen vor. Erkenntnis des Unternehmers, dessen AWD selbst oft wegen Falschberatung verklagt wurde: „Man darf eben in der Geldanlage nur Sachen machen, die man selber versteht oder wo auf alle Risiken hingewiesen wird.“

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