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Deutschland / Weltweit Daimler steigt in China ein
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Daimler steigt in China ein
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15:30 19.11.2013
Bei den offiziellen Feierlichkeiten zum Closing der 12-Prozent Beteiligung der Daimler AG an dem chinesischen Partner BIAC Automotive geben sich die Unternehmer (v.l.) Bodo Uebber (Vorstand Daimler), Hubertus Troska (Vorstand Daimler), Dieter Zetsche (Daimler Vorstandsvorsitzender), Xu Heyi (Chairman BIAC), Zhang Xiyong (Deputy General Manager BIAC) und Ca Chuanqi (Finanzvorstand BIAC) die Hand. Quelle: dpa
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Peking

Dass es in der Ehe mit dem chinesischen Partner Beijing Automotive auch mal kräftig geknirscht hat, will Dieter Zetsche nicht verheimlichen. "Ja, es hat Meinungsverschiedenheiten gegeben, es hat Enttäuschungen gegeben", sagt der Daimler-Chef am Dienstag in Peking. "Es kam zur Stagnation." Aber jetzt soll alles anders werden.

Beide wollen Schwung in ihre Beziehung bringen: Als erster ausländischer Autobauer übernimmt Daimler für 625 Millionen Euro einen zwölfprozentigen Anteil an BAIC Motor, der Pkw-Sparte des Pekinger Autoherstellers. Es geht auch nur miteinander: Wer in China Autos produzieren will, muss dafür ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem chinesischen Hersteller eingehen.

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Daimler ist aber ein Nachzügler auf dem riesigen Wachstumsmarkt. Während andere Konzerne wie Volkswagen in den 70er Jahren schon frühzeitig einen chinesischen Partner ausgesucht hatten, musste Mercedes mit Beijing Automotive (BAIC) vorlieb nehmen, die bis dahin mit Chrysler ein wenig erfolgreiches Joint Venture in Peking betrieben hatten.

Seit zehn Jahren kooperieren Daimler und BAIC jetzt in dem Gemeinschaftsunternehmen Beijing Benz Automotive (BBAC). So wird jetzt auch "Rosenhochzeit" gefeiert. Es begann nicht unbedingt als Liebesheirat, aber einen "Rosenkrieg" wollte auch keiner von beiden. Ganz im Gegenteil: Für BAIC öffnet der Einstieg von Daimler jetzt die Tür für seinen geplanten Börsengang, der zehn Milliarden Yuan, umgerechnet 1,2 Milliarden Euro, in die Kassen spülen soll, wie BAIC-Chef Xu Heyi in chinesischen Medien zitiert wird.

Indem BAIC ein Prozent mehr am Joint Venture bekommt, gehört es praktisch den Chinesen. Auch die Beteiligung von Daimler macht das Staatsunternehmen auf dem Börsenparkett attraktiv für Anleger. Dass BAIC jetzt mit 51 Prozent die Mehrheit im Joint Venture hat, sieht Daimler-Chef Zetsche gelassen: "Es hat sich sehr wenig verändert."Schließlich hat Daimler jetzt auch zwei Sitze im Verwaltungsgremium von BAIC.

Beziehungen bedeuten Arbeit

Vor allem kontrollieren die Schwaben aber endlich den wichtigen Vertrieb auf dem weltgrößten Automarkt. In den traditionell gewachsenen Händlerstrukturen in China lag lange das Problem für Mercedes, weil zwischen lokal produzierten und importierten Fahrzeugen getrennt verkauft wurde. Beide Vertriebsorganisationen lieferten sich einen heftigen Wettbewerb bis hin zu schmerzhaften Preisnachlässen. So fuhr Mercedes der Konkurrenz hinterher. Der Ton wurde rauer. Es hagelte heftige Kritik von Daimler an den Händlern, bis der Vertrieb vor einem Jahr zusammengelegt wurde.

"Eine starke Beziehung muss manchmal auch harte Sätze aushalten", sagt Zetsche heute zu den Auseinandersetzungen. Dass beide Partner enger zusammenrücken, wird von chinesischen Experten begrüßt. "Es ist Fortschritt - gut für die Entwicklung beider Seiten", sagt Cui Dongshu, Ökonom der Vereinigung der Personenwagenhersteller Chinas. "Beide Seiten sind jetzt eine Interessengemeinschaft und teilen die Vorteile." Auch die 2007 eingeleitete Kooperation bei Lastwagen passt ins Daimler-Portfolio. Der Einstieg wurde zur Überraschung von Beobachtern ungewöhnlich schnell und reibungslos genehmigt.

Besonders weil eine Beteiligung von privatem und erst recht ausländischem Kapital an Staatsunternehmen, besonders Autobauern in China, immer "eine heikle Sache" ist, wie ein Branchenkenner sagte. Für Cui Dongshu gehört der vor Monaten eingeleitete Einstieg aber auch schon zur Reform der Staatsbetriebe in China, die das Zentralkomitee erst vor einer Woche beschlossen hat: "Ausländisches und staatliches Kapital mischen sich und entwickeln sich gemeinsam weiter". So wolle es die Partei.

dpa

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