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Deutschland / Weltweit Da kommt was auf uns zu
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Da kommt was auf uns zu
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00:15 01.01.2014
Von Albrecht Scheuermann
Quelle: dpa / Symbolbild
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  • Altersvorsorge, betrieblich
    Durch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze gelten künftig auch höhere Grenzen für die Gehaltsumwandlung. Einzahlungen in Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds aus dem Bruttolohn sind bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze begünstigt, also von Steuer und Sozialbeiträgen befreit. Arbeitnehmer können daher statt bisher 2784 Euro ab dem kommendem Jahr 2856 Euro Gehalt in Beiträge für die Altersvorsorge umwandeln. Dafür kommen Pensionsfonds, Pensionskassen oder Direktversicherungen infrage.
  • Altersvorsorge, privat
    Ab 2014 steigt die steuerliche Förderung für private Basisrenten, nach ihrem Erfinder auch „Rürup-Renten“ genannt. Steuerlich berücksichtigt werden dann 78 Prozent der Einzahlungen im Rahmen der unveränderten Höchstbeträge von 20.000 Euro für Ledige beziehungsweise 40.000 Euro für Verheiratete. Ledige Versicherte können damit Vorsorgebeiträge von bis zu 15.600 Euro, Verheiratete bis zu 31.200 Euro als Sonderausgaben beim Finanzamt geltend machen. Bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent errechnet sich für Ledige eine Einkommensteuerersparnis von maximal 6552 Euro.
  • Arbeitslosengeld II
    Ab Januar erhalten Empfänger von Arbeitslosengeld II, bekannt unter dem Begriff Hartz IV, mehr Geld. Alleinstehende und Alleinerziehende erhalten monatlich 391 Euro als Regelleistung – neun Euro mehr als bisher. Für Ehegatten steigt der Wert auf 353 Euro, bislang lag dieser Satz bei 345 Euro. Für Kinder klettert der Betrag um fünf bis sieben Euro auf – je nach Alter – zwischen 229 und 313 Euro pro Monat.
  • Beitragsbemessungsgrenzen
    Beschäftigte mit hohem Einkommen müssen mit höheren Sozialabgaben rechnen, weil die Beitragsbemessungsgrenzen angehoben werden. Diese ist der Höchstbetrag des Einkommens, bis zu dem die prozentualen Abzüge für die Sozialversicherung vorgenommen werden. Für die gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze in den alten Bundesländern um 150 Euro auf 5950 Euro pro Monat. Die Jahresgrenze beträgt damit 71.400 Euro. Die Beitragssätze zur Renten- bzw. Arbeitslosenversicherung bleiben mit 18,9 Prozent bzw. drei Prozent unverändert. Für gut verdienende Arbeitnehmer klettert somit die monatliche Belastung von 635 auf 651 Euro. Den gleichen Betrag steuert der Arbeitgeber bei. In den neuen Bundesländern klettert die Bemessungsgrenze um 100 auf 5000 Euro monatlich. In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es eine einheitliche Beitragsbemessungsgrenze für ganz Deutschland. Diese wird von derzeit 3937,50 Euro auf 4050 Euro monatlich beziehungsweise von 47.250 Euro auf 48.600 Euro im Jahr angehoben. Bei dem derzeitigen Arbeitnehmeranteil von 8,2 Prozent verteuert sich die Krankenkasse für den Arbeitnehmer pro Monat um knapp zehn Euro auf 332 Euro.
  • Dienstreisen
    Der Gesetzgeber hat das Reisekostenrecht neu geregelt – und dabei auch neue Begrifflichkeiten eingeführt. Als berufliche Auswärtstätigkeit gilt künftig, wenn ein Arbeitnehmer außerhalb seiner Wohnung und seiner „ersten Tätigkeitsstätte“ arbeitet. Bislang galt dies für Tätigkeiten außerhalb der „regelmäßigen Arbeitsstätte“. Die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte werden wie bisher mit der Entfernungspauschale steuerlich berücksichtigt. Für alle weiteren Fahrten sind die Dienstreisepauschale beziehungsweise die tatsächlichen Kosten anzusetzen. Der Unterschied besteht darin, dass die Entfernungspauschale nur für die einfache Fahrt zugrundegelegt wird. Die Dienstreispauschale berücksichtigt jeden gefahrenen Kilometer, also Hin- und Rückweg. Änderungen gibt es auch bei den Pauschalen für Dienstreisen. Die Fahrten mit dem Auto werden weiterhin mit 30 Cent je gefahrenem Kilometer angesetzt, dagegen steigt die Pauschale für Fahrten mit Motorrad und Motorroller von 13 auf 20 Cent sowie für Fahrten mit dem Moped von acht auf 20 Cent pro Kilometer. Die bisher gültige Pauschale von fünf Cent je Kilometer für Radfahrer wird abgeschafft, ebenso wie die sogenannte Mitnahmepauschale von zwei Cent pro Kilometer je mitfahrendem Kollegen.
  • Doppelter Haushalt
    Ledige, die kostenlos im Haus der Eltern wohnen, können eine Zweitwohnung am entfernt gelegenen Arbeitsort steuerlich absetzen. Hier tritt jedoch 2014 eine Einschränkung in Kraft. Gemäß einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 30. September 2013 verlangt das Finanzamt für  die Anerkennung des eigenen Hausstands am heimischen Wohnort eine finanzielle Beteiligung an den Haushaltskosten. Voraussetzung sind Geldleistungen, die mehr als 10 Prozent der monatlich anfallenden Haushaltskosten abdecken, also Miete, Nebenkosten, Ausgaben für Lebensmittel und Ähnliches. Dies gilt für Eigentümer ebenso wie für Mieter. Nicht betroffen sind verheiratete Steuerpflichtige, die gemeinsam mit dem Ehegatten in einer Wohnung leben.
  • Elterngeld
    Vom 1. August 2014 an wird das Betreuungsgeld nicht nur für das zweite, sondern auch für das dritte Lebensjahr gewährt, außerdem steigt der monatliche Satz auf 150 Euro.
  • Familienversicherung
    In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind Ehepartner und Kinder beitragsfrei mitversichert, soweit ihr Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Im Jahr 2014 steigt diese Einkommensgrenze um 10 Euro pro Monat auf 395 Euro. Soweit ein Minijob ausgeübt wird, gilt jedoch die Minijob-Einkommensgrenze von 450 Euro. Außerdem sind Ausnahmen zu beachten:  Zweimal im Jahr darf das Einkommen über der Grenze von 395 Euro beziehungsweise 450 Euro liegen, ohne dass die beitragsfreie Familienversicherung entfällt.
  • Grunderwerbsteuer
    Immobilienkäufer in mehreren Bundesländern müssen ab 1. Januar tiefer in die Tasche greifen. Die Grunderwerbsteuer steigt um bis zu 1,5 Prozentpunkte. In Niedersachsen klettert sie von 4,5 auf fünf Prozent. Dadurch verteuert sich etwa der Erwerb eines Hauses im Wert von 300.000 Euro um 1500 Euro. Am höchsten ist der Steuersatz künftig in Schleswig-Holstein. Dort steigt die Grunderwerbsteuer von fünf auf 6,5 Prozent.
  • Grundfreibetrag
    Der Grundfreibetrag im Einkommensteuertarif sorgt dafür, dass das Existenzminimum steuerfrei bleibt. Er steigt zum 1. Januar von derzeit 8130 Euro pro Person auf 8354 Euro. Der Entlastungseffekt ist jedoch bescheiden: Die maximale Ersparnis einschließlich Solidaritätszuschlag beträgt 47 Euro jährlich, für Ehepaare das Doppelte.
  • Handys
    Zum 1. Juli wird Handy-Telefonieren im EU-Ausland billiger, die Preisobergrenzen werden weiter gesenkt. Anrufe aus dem Ausland dürfen dann noch 19 Cent pro Minute ohne Mehrwertsteuer kosten, ankommende Anrufe 5 Cent. Eine SMS zu schicken, darf 6 Cent kosten.
  • Mietpreisbremse
    CDU und SPD wollen den Anstieg der Wohnungsmieten in den Ballungsräumen dämpfen. Die sogenannte Mietpreisbremse ist jedoch nur Teil des Koalitionsvertrages, das Gesetzgebungsverfahren hat noch nicht begonnen. Wenn die Beschlüsse so in Kraft treten, darf die Miete bei einem Mieterwechsel „in Gebieten mit nachgewiesenen angespannten Wohnungsmärkten“ künftig nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Bei bestehenden Mietverträgen darf die Miete höchstens um 15 Prozent innerhalb von vier Jahren steigen. Bisher waren es drei Jahre.
  • Pflege
    Die meisten Pflegeeinrichtungen schneiden beim „Pflege-TÜV“ mit „sehr gut“ ab. Ein neues Benotungssystem legt die Messlatte für die Beurteilung vom 1. Januar an höher. Die Regelung gilt zunächst nur für Pflegeeinrichtungen, also stationäre Pflege. Ambulante Pflegedienste werden nach wie vor nach den alten Kriterien bewertet. Pflegeeinrichtungen und -dienste werden regelmäßig unangemeldet überprüft.
  • Post
    Die Kosten fürs Briefporto steigen von 58 auf 60 Cent; auch Einschreiben sowie Päckchen und Pakete werden teurer. Bei  Päckchen bis zwei Kilo gilt: Wer es in der Postfiliale abgibt, kann sich die neun Cent Preiserhöhung sparen.
  • SEPA-Überweisung
    Im Februar 2014 startet das europäische Zahlungssystem SEPA. Zunächst müssen Unternehmen, Vereine und öffentliche Verwaltungen die 22-stelligen Kontonummern verwenden, ab 1. Februar 2016 auch alle Verbraucher.
  • Tabaksteuer
    Rauchen könnte erneut teurer werden. Zum 1. Januar tritt eine weitere Stufe der Tabaksteuererhöhung in Kraft – was Hersteller womöglich an die Verbraucher weiterreichen. Dann würde eine Packung Zigaretten (19 Stück) um vier bis acht Cent teurer werden, eine 40-Gramm-Feinschnittpackung um zwölf bis 14 Cent.
  • Verpflegungspauschalen
    Bei Auswärtstätigkeiten gewährt das Finanzamt ab 2014 noch zwei Verpflegungspauschbeträge: Ist man mehr als 24 Stunden vom Hauptwohnsitz unterwegs, beträgt der Steuerbonus 24 Euro. Dauert der Aufenthalt 8 bis 24 Stunden, halbiert sich der Bonus auf zwölf Euro. Für weniger als acht Stunden gibt es nichts mehr. Neu ist ein Verpflegungspauschbetrag von zwölf Euro, der jeweils für den An- und Abreisetag gewährt wird.
  • Versicherungspflichtgrenze
    Von der Beitragsbemessungsgrenze zu unterscheiden ist die Versicherungspflichtgrenze. Sie legt fest, bis zu welchem Einkommen der Arbeitnehmer der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht unterliegt. Ab 2014 müssen Beschäftigte bis zu einem Bruttomonatseinkommen von 4462,50 Euro (bisher: 4350 Euro) einer gesetzlichen Krankenkasse angehören. Wer in diesem und im Folgejahr höhere Einkünfte erzielt, darf in eine private Krankenkasse wechseln. Eine Kündigung ist nur zulässig, wenn die Mitgliedschaft in der alten Krankenkasse 18 Monate bestanden hat. Gesetzlich Versicherte mit einem „Wahltarif“ sind meist drei Jahre an die Kasse gebunden. Erst danach ist eine ordentliche Kündigung möglich.
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