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Deutschland / Weltweit Deutsche Telekom will Deutschland mit Hotspots überziehen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Deutsche Telekom will Deutschland mit Hotspots überziehen
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20:16 04.03.2013
Von Frerk Schenker
Foto: "WLAN to go": Die Telekom will bis 2016 das größte WLAN-Netz Deutschlands aufbauen.
"WLAN to go": Die Telekom will bis 2016 das größte WLAN-Netz Deutschlands aufbauen. Quelle: dpa
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Hannover

Mit dem neuen Angebot "WLAN to go" will die Deutsche Telekom in den kommenden vier Jahren rund 2,5 Millionen Hotspots schaffen, über die sich die Nutzer unterwegs kostenlos ins WLAN einwählen können. Derzeit gibt es deutschlandweit rund 15.000 Hotspots, davon gehören 12.000 der Deutschen Telekom.

Das Prinzip von "WLAN to go" basiert auf dem Grundgedanken der Freifunker-Szene: Nutzer stellen nicht genutzte Kapazitäten ihres heimischen WLAN zur Verfügung und erhalten im Gegenzug freien Zugang zu Millionen Wifi-Spots weltweit. Bereits jetzt unterhält Fon über derartige Kooperationen weltweit rund sieben Millionen Hotspots, unter anderem in Spanien, Frankreich, den Benelux-Ländern und Kroatien. Nutzer von "WLAN to go" können so die teuren Roaming-Gebühren im Ausland umgehen. "Egal, wohin sie gehen, das WLAN ist künftig schon da", warb Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Telekom, in Hannover. Um das neue Angebot nutzen zu können, benötigen Telekom-Kunden einen speziellen Router, der im Juni auf den Markt kommen soll. Kunden anderer Mobilfunkprovider sollen über einen Tagespass Zugang zum neuen WLAN-Netz erhalten. Er kostet 4,95 Euro für 24 Stunden. 

Dass es in Deutschland, das als datenschutzkritisch gilt, besonderer Überzeugungsarbeit bedarf, damit Kunden ihre WLAN-Kapazitäten teilen, glaubt man bei der Telekom nicht. Der neue Router unterteilt das WLAN-Signal in ein öffentliches und ein privates. "Beide laufen strikt getrennt, sodass niemand auf private Daten zugreifen kann", sagte van Damme. Auch werde die Übertragungsrate nicht gedrosselt, da nur freie Kapazitäten geteilt würden. Auf diese haben wiederum nur registrierte Nutzer Zugriff, sodass der Kunde nicht haftet, wenn ein Dritter den Hotspot zum Beispiel für Straftaten nutze, betonte van Damme.

Mit der neuen Kooperation will die Telekom nicht nur neue Kunden gewinnen, sondern auch das eigene Netz leistungsfähiger machen. "In dem wir den Datenverkehr ins Festnetz ableiten, entlasten wir unser Mobilfunknetz", sagte Obermann. Nur so lasse sich das rasant wachsende Datenaufkommen bei der Nutzung von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets bewältigen.

Um für die Anforderungen der "Gigabit-Gesellschaft" gerüstet zu sein, werde das Unternehmen bis 2016 rund 30 Milliarden Euro investieren, davon 12 Milliarden in Deutschland, kündigte Obermann an. Dabei stehe der flächendeckende Ausbau mit dem schnellen Datenfunk LTE und die Versorgung mit Breitband-Internet im Fokus. Auch auf der Schiene will die Deutsche Telekom aufrüsten. Bis Ende 2014 will das Unternehmen auf rund 5200 Schienenkilometern einen Zugang ins Internet ermöglichen - bislang sind es rund 3000.