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Deutschland / Weltweit Deutschland bestätigt A400M-Mehrkosten von fünf Milliarden Euro
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Deutschland bestätigt A400M-Mehrkosten von fünf Milliarden Euro
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17:56 11.12.2009
Trotz sicherer Landung: Die Diskussion um die Finanzierung der Mehrkosten für den Militär-Airbus geht weiter.
Trotz sicherer Landung: Die Diskussion um die Finanzierung der Mehrkosten für den Militär-Airbus geht weiter. Quelle: afp
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Die Bundesregierung hat die Mehrkosten für den Militär-Airbus A400M erstmals offiziell beziffert. Sie würden mit fünf Milliarden Euro angesetzt, sagte der deutsche Rüstungsstaatssekretär Rüdiger Wolf am Rande des A400M-Erstflugs in Sevilla laut „Handelsblatt Online“. Laut der Zeitung zeichnet sich eine „vorsichtige Annäherung“ im Streit um die Finanzierung der Mehrkosten zwischen Airbus und den Abnehmerländern ab. Wolf forderte demnach, dass „der Großteil“ der Mehrkosten „bei der Industrie verbleiben“ müsse. Möglich im Rahmen des Vertrages seien aber „Anpassungen bei der Preisindexierung, etwa für Rohmaterialen“.

Wolf greife damit einen Vorschlag auf, den das Airbus-Management vorgelegt habe, hieß es bei „Handelsblatt Online“. Der Chef der Airbus-Militärsparte, Domingo Urena-Raso, hatte demnach vorgeschlagen, dass die zusätzlichen Kosten der Entwicklung bei Airbus verbleiben, die weiteren Kosten für die industrielle Fertigung aber von den Kundenstaaten übernommen werden sollen. Dies sei durch eine Änderung der Preis-Anpassungsklausel möglich. Wolf machte dem Bericht zufolge zugleich klar, dass er an den Eckpunkten des Vertrages wie Stückzahl, technische Anforderungen oder Preis nicht rütteln will.

Airbus hatte seinen Kunden die Lieferung von 180 Maschinen des A400M zum Festpreis von 20 Milliarden Euro versprochen. Doch das Programm liegt inzwischen wegen technischer Probleme mindestens drei Jahre hinter den ursprünglichen Ursprungsplanungen. Die Mehrkosten liegen bei dem Bericht bei insgesamt 7,5 Milliarden Euro. 2,4 Milliarden Euro habe Airbus aber bereits in der Bilanz verbucht. Die Verhandlungsfrist läuft Ende des Jahres ab. Nächsten Dienstag soll laut der Zeitung die entscheidende Runde statt finden.

„Wir haben (...) Stellschrauben im Vertrag, an denen wir drehen können“, sagte Wolf. Diese Spielräume seien aber „begrenzt.“ Es sei an Airbus, den Kunden Vorschläge für eine Lösung zu machen. „Wir haben schließlich einen gültigen Vertrag.“ Mit dieser Haltung sei Deutschland auch nicht alleine, die Partner wie Frankreich sähen das genauso. Geredet werden müsse auch über einen neuen Lieferplan. „Denn die Verspätung können wir nicht wegdiskutieren“, sagte der Staatsekretär.

afp

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