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Deutschland / Weltweit Einlass ab 16 Jahren ärgert Jugendliche
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Einlass ab 16 Jahren ärgert Jugendliche
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23:01 02.03.2010
Von Julia Sellner
Am Eingang abgewiesen: Dario Seidel (links) und Louis Steinbach sind enttäuscht. Quelle: Rainer Surrey
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„Wir wussten das nicht und sind sauer“, sagen Dario und Louis. Dass Jugendliche unter 16 die CeBIT nur am Sonnabend besuchen dürfen, können die beiden nicht nachvollziehen. „Schließlich sagen doch alle, dass wir uns früh mit Computern beschäftigen sollen, weil das später im Job so wichtig ist“, sagen die Realschüler – und warten darauf, dass ihr volljähriger Freund von seinem Messerundgang zurückkommt.

Wie Dario und Louis ärgern sich auch viele andere Schüler über die Regelung der CeBIT, wonach Jugendliche unter 16 die Messe von Dienstag bis Freitag gar nicht und am Sonnabend nur in Begleitung eines aufsichtspflichtigen Erwachsenen besuchen dürfen. Sonnabend gilt die Regelung für Kinder und Jugendliche ab acht Jahren. „Ich bin geschockt, dass nicht jeder das Recht hat, eine öffentliche Messe zu besuchen“, sagt etwa die 15-jährige Laura Beermann. Sie besucht einen Informatikkurs an der Leine-Schule Neustadt und hätte gerne zusammen mit ihrem Kurs und ihrem Informatiklehrer einen CeBIT-Rundgang gemacht, um sich, wie sie selbst sagt, weiterzubilden. „Auf der Messe geht es ja schließlich um Bildung.“

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„Unmöglich“ findet auch die 15-jährige Dorette Kowalik die Regelung der CeBIT. Sie wolle sich die verschiedenen Stände anschauen, um zu lernen. „Die Begründung, dass die jungen Leute nur wegen der Spiele und Werbegeschenke zur CeBIT gehen, kann man überhaupt nicht akzeptieren.“

Messesprecher Hartwig von Saß hingegen kann die Aufregung nicht verstehen: „Diese Regelung haben wir aus rechtlichen Gründen schon seit vielen Jahren und weisen auch deutlich auf sie hin“, sagt er. So könne an den Werktagen nicht gewährleistet werden, dass alle Messeinhalte tatsächlich jugendfrei sind. „Am Sonnabend hingegen stellen sich die Aussteller voll auf die Jugendlichen ein“, sagt von Saß. An diesem Tag stünden beispielsweise besonders viele Ansprechpartner aus dem Personalbereich bereit, um über Praktika und Ausbildungsplätze zu informieren.

Jalina Jaeger findet die Haltung der Messe trotzdem „unverantwortlich“: „Die CeBIT möchte mehr Besucher haben, aber lässt uns interessierte Schüler nicht auf die Messe. Das macht keinen Sinn.“

Ohnehin werden die Regeln nicht einheitlich angewendet. So dürfen etwa Melanie (14), Christin (14) und Kevin (15) die CeBIT besuchen. Dank einer von Microsoft veranlassten Sondergenehmigung tragen sie ein weißes Armbändchen, sitzen in Halle 4 auf dem Microsoft-Stand im digitalen Klassenzimmer, drücken auf den digitalen Tischen herum, schauen gespannt aufs Whiteboard – und freuen sich, gleich mit ihrer Klasse über die CeBIT geführt zu werden. 500 Schülern aus Niedersachsen ermöglicht Microsoft so die CeBIT-Teilnahme im geführten Klassenverbund. „Es ist toll, die ganzen Neuheiten live und nicht nur im Fernsehen zu sehen“, sagt Christin. Dario und Louis aus Hamburg hingegen bleibt nichts anderes übrig.