Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Die Wahl der Energie
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Die Wahl der Energie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:37 18.09.2013
Woher kommt die Energie? Der Ausgang der Bundestagswahl ist für die Energiekonzerne wichtig. Quelle: dpa
Anzeige
Frankfurt/Main

Schwarz-Gelb, Schwarz-Rot oder Rot-Grün: Wenn Deutschland am Sonntag (22.9.) wählen geht, wird es für die Energiekonzerne spannend. Noch immer steht die Branche unter dem Fukushima-Schock und der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eilig eingeläuteten Energiewende. Und im Wahlkampf 2013 erhitzen Themen rund um die Versorger die Gemüter. Die Palette reicht dabei von einer Strompreisbremse über die Ökostrom-Zulage bis zum Emissionshandel.

Damit rücken auch die Aktien der beiden Großkonzerne Eon und RWE in den Fokus - zur Abwechslung könnte es dabei mal positive Nachrichten aus der Politik für die Versorger geben. "Explodierende Strompreise, vor allem zu Lasten der privaten Haushalte, haben die Energiewende in Deutschland zu einem wichtigen Wahlthema gemacht", heißt es in einer Studie der Warburg-Resarch-Analysten Stephan Wulf und Christopher Rodler. Die Experten sehen in einer großen Koalition die beste Lösung für die Versorger. "Wenn es um die künftige Rolle der konventionellen Stromerzeugung geht, gibt es keine allzu großen Unterschiede zwischen CDU und SPD."

Anzeige

Besonders bemerkenswert seien zugleich auch die Gemeinsamkeiten mit Blick auf die künftige Rolle der Erneuerbaren Energien. "Beide Parteien haben Kostenaspekte und eine gemeinsame Verantwortung für stabile Stromversorgung deutlicher in den Fokus gerückt", so Wulf. Das sei gut für die beiden großen Versorger. Barclays-Experte Peter Bisztyga sieht gute Chancen, dass sowohl Eon als auch RWE dieses Mal von der Wahl profitieren könnten. Dabei wäre die Fortsetzung der bestehenden Koalition aus Union und FDP die beste Option. So unterstütze diese zum Beispiel die im Juli vom Europaparlament verabschiedete Reform beim Handel von für die Branche wichtigen CO2-Zertifikaten.

Damit soll der am Boden liegende Preis für die Verschmutzungsrechte steigen. Der Analyst rechnet damit, dass sich dies dann auch in steigenden Strompreisen auswirkt. Davon könnte dann besonders Eon profitieren. Das Unternehmen setzt weniger stark auf die klimaschädliche Kohlekraft. Für RWE rechnet der Experte damit, dass sich positive und negative Folgen der teureren Verschmutzungsrechte die Waage halten. Am schlechtesten wäre für die beiden Energieriesen eine Regierungsbeteiligung der Grünen - da sind sich die Analysten einig. Nach Einschätzung von Bisztyga gibt es dann das Risiko einer Steuer auf Kohlekraftwerke.

Das würde RWE hart treffen, heißt es in der Barclays-Studie. Warburg-Analyst Wulf geht davon aus, dass die Grünen bei einer starken Rolle in einer Regierung den Ausstieg aus der Atomenergie noch forcieren könnten. Das wäre dann ein weiterer Schlag für Eon und RWE, die beide noch einige Kernkraftwerke betreiben. Noch immer sitzt den beiden die Kehrtwende der Regierung nach der Atomkatastrophe in Fukushima in den Knochen. Merkel hatte damals kurzerhand die erst wenige Monate davor beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke wieder zurückgenommen - die deshalb eingeführte Steuer wurde aber beibehalten. Die Aktienkurse der beiden Versorger, die händeringend nach einer neuen Strategie suchen, kennen seitdem überwiegend nur eine Richtung. So sackte zum Beispiel der Marktwert Eons etwas mehr als 40 Prozent oder um rund 20 Milliarden Euro ab. Der RWE-Börsenwert fiel sogar um fast 50 Prozent.

dpa

Deutschland / Weltweit 7,8 Millionen Anteilsscheine verkauft - Schaeffler macht Conti-Aktien zu Geld
17.09.2013
17.09.2013
17.09.2013