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Deutschland / Weltweit Export hält Autobranche in Fahrt
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Export hält Autobranche in Fahrt
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19:32 06.04.2010
Von Stefan Winter
Jäher Absturz: Fiat gehört zu den großen Gewinnern der Abwrackprämie – und verliert jetzt.
Jäher Absturz: Fiat gehört zu den großen Gewinnern der Abwrackprämie – und verliert jetzt. Quelle: dpa
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„Die Stimmung hellt sich merklich auf“, sagte der Präsident des Branchenverbands VDA, Matthias Wissmann.

Dank des starken Exports sind die Fabriken relativ gut ausgelastet. Gegenüber dem März 2009, als vielfach noch Kurzarbeit herrschte, wuchs die Produktion in den deutschen Werken um 27 Prozent auf 555.000 Autos. Vor allem außerhalb Europas ziehe die Nachfrage an., berichtete der VDA: „Wir rechnen mit einem guten Exportjahr.“ Das Vorkrisenniveau werde 2010 allerdings noch nicht wieder erreicht. Wachstumsmärkte sind weiter China und Brasilien, die USA scheinen sich schneller zu erholen als gedacht. Schlecht laufen die Geschäfte nach wie vor in Osteuropa.

In Deutschland kehrt das Geschäft nach dem Ausnahmejahr 2009 zur Normalität zurück. Die vom Kraftfahrtbundesamt im März gezählten 294.000 Neuzulassungen bedeuten zwar einen Absturz um 26,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, als der Abwrackboom einen Höhepunkt erreichte. Das Ergebnis war aber besser als im März 2008 – als von Krise noch keine Rede war.

Zu den Gewinnern gehören im Moment die Oberklassemarken, die in den vergangenen Monaten besonders heftig gebeutelt wurden. Inzwischen sind die Firmenkunden wieder für mehr als die Hälfte des Geschäfts gut. So verbuchte Audi im März in Deutschland ein Absatzplus von 7,8 Prozent, bei BMW waren es 9 Prozent, und auch Mercedes schnitt mit einem Minus von 6,1 Prozent noch besser ab als der Durchschnitt.

VW büßte im März „nur“ 9 Prozent ein, wobei noch die Abwrackprämie den Sturz bremst: Die Wolfsburger kamen beim Prämienstart vor einem Jahr mit der Produktion nicht nach und dürften bis zur Jahresmitte Aufträge des vergangenen Jahres abarbeiten.

Dagegen erwischt es jetzt alle besonders heftig, die vor einem Jahr schnell reagierten und gute Geschäfte machten – nicht selten dank Halden fertig produzierter Autos. So stürzte im März Fiat (minus 73 Prozent) ebenso ab wie Hyundai (–37 Prozent), Opel (–31 Prozent), Peugeot (– 39 Prozent), Renault (– 32 Prozent) sowie die VW-Töchter Seat (–37 Prozent) und Skoda (–39 Prozent).

Toyota, zusätzlich belastet durch die Rückrufaktion wegen klemmender Gaspedale, verkaufte nur halb so viele Autos wie vor einem Jahr. Auch der kleine smart gehört zu den großen Verlierern: Im März lag der Verkauf ein Viertel unter Vorjahr.