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Deutschland / Weltweit Exporte treiben Wirtschaftswachstum
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Exporte treiben Wirtschaftswachstum
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19:44 19.04.2010
Von Dirk Stelzl
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Der BDI hält in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent für möglich. Die Maschinenbauer äußerten sich dagegen eher vorsichtig über die Aussichten für ihre Branche und sagten eine stagnierende Produktion voraus.

„Eine Zwei vor dem Komma ist machbar – wenn es keine Rückschläge in der Weltwirtschaft gibt, wenn Energie- und Rohstoffpreise im kalkulierbaren Rahmen bleiben und wenn eine flächendeckende Kreditklemme ausbleibt“, sagte Keitel. Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland seien trotz weiterhin bestehender Risiken gut. Die deutsche Wirtschaft profitiere vom Anziehen des Welthandels: „Die konjunkturelle Erholung wird wie auch in früheren Zyklen über die Wachstumsmaschine Export laufen.“

Kritik aus dem Ausland an deutschen Exportüberschüssen wies Keitel zurück. „Zumindest die vorgeschlagenen Rezepte – etwa Lohnerhöhungen – sind der falsche Weg, um Ungleichgewichte zu beseitigen.“ Vielmehr müsse Deutschland durch bessere Standortbedingungen die Investitionstätigkeit stärken. „Das ist der Beitrag, den die Politik für nachhaltiges Wachstum leisten kann und muss.“

Auch der Maschinenbauverband VDMA lässt die etwa von der französischen Wirtschaftsministerin Christine Lagarde geäußerte Kritik an dem auf den Export setzenden Geschäftsmodell der Deutschen nicht gelten. Den Unmut der Konkurrenten über die Ausfuhrüberschüsse könne er ja noch verstehen, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse. „Aber wenn das in den Vorschlag mündet, wir sollten die Exporte einschränken und unsere Lohnzurückhaltung aufgeben, ist das einfach Unsinn.“

Der BDI-Präsident hob hervor, dass die Politik mit einer nachhaltigen Wachstumspolitik dauerhaft ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent erreichen könne. Zudem sprach sich Keitel für eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung in Unternehmen aus.

Sorgen bereiten der Industrie drastisch steigende Rohstoffpreise – nicht zuletzt wegen „oligopolistischer Strukturen“ auf Teilmärkten wie beim Eisenerz. Unlängst haben die dominierenden Eisenerzproduzenten Rio Tinto, BHP Billiton und Vale kürzere Vertragslaufzeiten durchgesetzt. Die Stahlkonzerne befürchten nun, dass die Preise von Quartal zu Quartal zulegen.

Keitel befürwortet den Vorstoß von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), wonach sich auf einem „Rohstoffgipfel“ Experten mit den Rohstoffmärkten befassen sollen. Bei diesem Thema gehe es nicht nur um die Einkaufspolitik von Unternehmen, sondern um „geostrategische“ Probleme.