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Deutschland / Weltweit Feuerhake tritt bei TUI als Finanzchef ab
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Feuerhake tritt bei TUI als Finanzchef ab
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20:27 14.12.2009
Von Jens Heitmann
Rainer Feuerhake
Rainer Feuerhake Quelle: HAZ/Archiv
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Im Grunde ist der eine ohne den anderen nicht vorstellbar: Michael Frenzel und Rainer Feuerhake haben am gleichen Tag Geburtstag (wie auch ihre Fahrer), rückten 1988 beide in den Vorstand der damaligen Preussag auf und bilden seit anderthalb Jahrzehnten die Doppelspitze eines Konzerns, dem es sonst an Konstanten fehlt. Nun aber muss der eine doch ohne den anderen auskommen – mit Ablauf der nächsten Hauptversammlung am 17. Februar trete der 65-jährige Feuerhake in den Ruhestand, teilte die TUI am Montag mit. Als Nachfolger bestellte der Aufsichtsrat den bisherigen Controlling-Vorstand Horst Baier, der Vertrag des 53-Jährigen wurde bis November 2015 verlängert.

Feuerhake galt schon seit geraumer Zeit als amtsmüde. Während Frenzel eloquent die diversen Strategiewechsel verkündete, musste sein Finanzmann notwendige Kapital mobilisieren. Weil sich die Geschäfte oft nicht so entwickelten, wie vom TUI-Chef verheißen, fiel ihm das mit den Jahren immer schwerer. Gleichwohl trieb der Manager auch dann noch Geld auf, als der Schuldenberg des Konzerns sich zwischenzeitlich auf mehr als 3 Milliarden Euro türmte. „Feuerhake ist einfach ein Cash-Genie“, sagte ein Manager einer großen Beratungsgesellschaft.

Vor zwei Jahren hatte der Aufsichtsrat der TUI die Verträge von Frenzel und Feuerhake ein letztes Mal bis Ende 2011 beziehungsweise Ende 2010 verlängert – doch der Finanzchef wäre wohl schon in diesem Jahr abgetreten, wenn die Krise bei der Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd nicht den Konzern insgesamt erneut ins Schlingern gebracht hätte. „Er ist eben seit 41 Jahren dabei und hat sich noch einmal in die Pflicht nehmen lassen“, sagte gestern ein enger Mitarbeiter.

Sein Nachfolger Baier hätte vom Werdegang her eigentlich besser zum Rohstoffkonglomerat Preussag als zu einem Reisekonzern gepasst. Er begann seine Laufbahn in der Finanzabteilung der Conti und wechselte später zur US-Tochter General Tire. Nach einem Abstecher bei der Schickedanz-Gruppe stieg er 1996 bei der TUI ein.

Darüber hinaus benannte die TUI gestern Abend auch einen Kandidaten für die Nachfolge von Aufsichtsratsmitglied Jürgen Krumnow, der sein Mandat niedergelegt hat. Für den langjährigen Chefaufseher soll Klaus Mangold nachrücken. Der 66-Jährige ist Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, saß früher im Vorstand von Daimler und ist in zahlreichen Aufsichts- und Beiräten aktiv – etwa bei Continental.

Gleichzeitig sprach sich der TUI-Aufsichtsrat gegen die vom norwegischen Großaktionär John Fredriksen beantragte Bestellung von dessen Vertrauten Tor Olav Trøim aus. Der Reeder hat einen entsprechenden Antrag beim Amstsgericht Hannover eingereicht. Vor einer Entscheidung will die Behörde beiden Seiten Gehör gewähren. Unter Aktienrechtsexperten gilt der Ausgang des Verfahrens als offen. Auf der nächsten Hauptversammlung am 17. Februar werden die Aktionäre abstimmen. Nach dem Willen der TUIAufsichtsräte soll Mangold dem Gremium für den Rest der Amtszeit bis 2011 angehören.