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Deutschland / Weltweit Finanzmärkte reagieren gelassen
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18:58 23.09.2013
Die Finanzmärkte haben am Montag kaum auf die sich abzeichnende Fortsetzung der Kanzlerschaft Angela Merkels (CDU) reagiert. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Die Finanzmärkte haben am Montag kaum auf die sich abzeichnende Fortsetzung der Kanzlerschaft Angela Merkels (CDU) reagiert. Der Eurokurs trat auf der Stelle, die Frankfurter Börse drehte im Tagesverlauf leicht ins Minus. Das Resultat sei an den Märkten „eingepreist“ gewesen - also schon vorausgesehen worden. Belasten könnten allenfalls zähe Koalitionsverhandlungen, kommentierte Marktstratege Daniel Saurenz von Feingold Research.

Der deutsche Aktienmarkt startete am Montag mit moderaten Gewinnen, bröckelte dann aber ab. Am Nachmittag stand der Dax bei 8642,16 Punkten und damit um 0,39 Prozent tiefer als am Freitag. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex ein Plus von 1,95 Prozent geschafft und am Donnerstag bei 8770 Punkten ein Allzeithoch markiert. An den europäischen Märkten fiel die Entwicklung ähnlich aus, der EuroStoxx 50 lag mit 0,46 Prozent im Minus.

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Der Euro zeigte sich ebenso unbeeindruckt von dem Wahlausgang. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3508 (Freitag: 1,3514) Dollar fest. Beobachter argumentierten, an dem Kurs Deutschlands in der Eurokrise dürfte der Wahlausgang nichts Wesentliches ändern. Es sei mit einer Fortsetzung der Politik von „Zuckerbrot und Peitsche“ zu rechnen, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank. Allenfalls könnten die strengen Sparzügel für die Krisenländer in einer großen Koalition etwas gelockert werden. Die eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hatte den Einzug ins Parlament knapp verfehlt - die Aussichten auf eine Regierungsbeteiligung waren aber ohnehin gering gewesen. An den Märkten für Staatsanleihen gab es ebenfalls keine nennenswerte Reaktion.

Nach vorläufigen amtlichen Endergebnissen haben CDU und CSU trotz starker Zugewinne eine absolute Mehrheit im neuen Parlament knapp verfehlt. Weil die FDP erstmals nicht im Bundestag vertreten sein wird, ist eine Fortsetzung der gegenwärtigen schwarz-gelben Regierung nicht möglich. Beobachter sehen daher die Bildung einer großen Koalition als wahrscheinlichste Option. Möglich wäre auch ein Bündnis der Union mit den Grünen. Experten der britischen Bank Barclays erwarten, dass sich die Verhandlungen bis in den November hinziehen könnten.

Die Aktien der Energiekonzerne Eon und RWE zählten am Montag zu den Verlierern. Händlern zufolge bleibt die Unsicherheit für die Branche bestehen, denn eine schwarz-grüne Regierung könnte die Versorger belasten. Aber auch eine große Koalition würde für viele keine klare Stimmungsaufhellung bringen. „Das ist wie Pest oder Cholera“, hieß es in der Energiebranche hinter den Kulissen. Die deutsche Industrie forderte eine schnelle Neuordnung der Energiewende. Dazu müsse die neue Bundesregierung in den ersten 100 Tagen eine Energiekonferenz einberufen, erklärte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, in Berlin.

dpa

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