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Deutschland / Weltweit Flugbegleiter-Streik in Frankfurt und Berlin beendet
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15:00 04.09.2012
 Auch am Dienstag müssen Passagiere wieder um den Ausfall ihrer Flüge bangen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Laut Flughafenbetreiber Fraport wurden wegen der zweiten Streikwelle am größten deutschen Flughafen rund 250 Starts und Landungen gestrichen. Anders als in der vergangenen Woche lief das Drehkreuz nicht zu. Die rund 180 Parkpositionen seien optimal genutzt worden, erklärte ein Fraport-Sprecher. Auch in den Terminals sei weniger los gewesen als am Freitag. Lufthansa hatte nach den Erfahrungen vom Freitag einige Interkontinentalflüge abgesagt, die sonst am Dienstagmorgen nach Frankfurt reingekommen wären.

Wegen des Streiks wurden am Flughafen Hannover am Dienstagvormittag einer von vier täglichen Abflügen nach Frankfurt am Main gestrichen. Am Nachmittag sollte eine von sieben Verbindungen nach München entfallen, sagte ein Flughafensprecher. Ob es bei den verkehrenden Flügen Verspätungen gab, war zunächst unklar. Bei den Ankünften sollten dem Sprecher zufolge ein aus München kommender Flug und zwei aus Frankfurt kommende Verbindungen gestrichen werden. Vom Streik der Flugbegleiter in Berlin ist der Flughafen in Hannover nicht betroffen, da es keine direkte Verbindung in die Bundeshauptstadt gibt.

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In Hamburg strich die Lufthansa bisher insgesamt fünf Verbindungen nach Frankfurt. In Bremen sind zwei Flüge in die Finanzmetropole annulliert worden. Flüge nach Berlin sind von den Streiks bisher nicht betroffen.

Lufthansa rechnet wegen der gestörten Umläufe auch für den Mittwoch mit weiteren Auswirkungen des Streiks auf den Flugplan. Man sei aber bemüht, die Auswirkungen für die Passagiere so gering wie möglich zu halten, so ein Sprecher. „Die Fluggäste werden mit Getränken und Snacks versorgt und von zusätzlichen Mitarbeitern am Boden beim Umbuchen beraten.“ Bei der Planung des Flugprogramms haben Interkontinentalverbindungen Vorrang, auf kürzere Entfernungen wurden die Gäste auf die Bahn umgebucht. Auch Autovermieter konnten sich über steigende Umsätze freuen.

Trotz der Gegenmaßnahmen und 18.000 an Passagiere verschickten Hinweisen per SMS bildeten sich bereits früh am Morgen wieder lange Schlangen an den Umbuchungsschaltern in Berlin wie auch im Frankfurter Terminal 1. Viele Passagiere schauten ratlos auf die Anzeigetafeln. Dort waren Ausfälle von Flügen innerhalb Deutschlands und in ganz Europa angekündigt. Unter anderem waren die Ziele London, Madrid, Zürich und Berlin-Tegel betroffen.

Am Abend hatte die Gewerkschaft zunächst Streiks in Berlin und Frankfurt bekanntgegeben; der Münchner Streik wurde am Morgen angekündigt. „Das hat nichts mehr mit Nadelstichen zu tun, (...) sondern das sind Nackenschläge oder Faustschläge ins Gesicht unserer Kunden. Hier streikt eine Gewerkschaftsführung gegen die Kunden. Und das kann nicht sein“, sagte Konzernsprecher Klaus Walther der Nachrichtenagentur dpa. „Was die Ufo heute tut, ist doch bereits ein flächendeckender Streik“, ergänzte sein Kollege Andreas Bartels.

Zum Ende vergangener Woche hatten die Flugbegleiter in einer ersten Welle für acht Stunden schon einmal in Frankfurt die Arbeit niedergelegt und damit Deutschlands größten Flughafen teilweise lahmgelegt. Ufo-Chef Nicoley Baublies hatte die Streiks als Nadelstiche bezeichnet und mit flächendeckenden 24-Stunden-Ausständen gedroht, falls sich die Lufthansa nicht bewege. Walther forderte die Gewerkschaft seinerseits auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, den Ufo verlassen habe.

Die Gewerkschaft hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken. Auch an der Einführung einer konzerninternen Billigtochter hält das Management fest.

Service-Hotline der Lufthansa: 01805 805 805

dpa/dpad/mhu

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

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