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Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit „Man kann ihn nicht austauschen“
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08:22 10.03.2014
Ein schwieriger Posten: Flughafenchef Hartmut Mehdorn. Quelle: dpa/Archiv
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Berlin

Sein Vertrag läuft drei Jahre. Seinem Ziel, den unfertigen Flughafen endlich in Betrieb zu nehmen, ist der 71-Jährige vielleicht schon ein Stück näher gekommen. Nach außen sichtbar wird das nicht.
Wegen der Querelen um die Sanierung der alten Landebahn in Schönefeld und die abgesagte Voraberöffnung eines Seitenflügels wurde die Frage laut: Macht Mehdorn noch vor dem ersten Start den Abflug? Bereits vor einem Jahr sahen ihn einige als Notnagel, weil kein anderer den Job machen wollte. Andere erblickten in ihm den Hoffnungsträger, der das Projekt noch retten könne. Er selbst sagt nüchtern: „Ich kann auch nicht zaubern.“ 

Mehdorn hat auf der Baustelle einiges bewegt, aber er kann noch immer nicht einen verlässlichen Eröffnungstermin nennen. Und nur der interessiert alle: die Fluggesellschaften, die Regierungen in Berlin und Brandenburg, die Gemeinde Schönefeld und die Firmen, die im Flughafengebäude und ringsherum Geschäfte machen wollen. Jetzt kündigt Mehdorn an, er wolle das Bauprojekt spätestens im Frühjahr 2015 beenden. Dann könne man den Flughafen testen und in Betrieb nehmen.

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Zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 11. April will der Manager einen neuen Finanzplan vorlegen. Der alte ist anderthalb Jahre alt und kalkuliert mit 4,3 Milliarden Euro. Mehdorn erwartet, dass die Kosten auf „etwas über 5“ Milliarden Euro steigen – wobei der Flughafen jedoch größer geworden ist als anfangs geplant. Ein neuer Eröffnungstermin wird im April nicht genannt werden, ließ der Aufsichtsratschef und Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wissen. Eigentlich sollte der Flughafen am 30. Oktober 2011 in Betrieb gehen, doch mangelhafte Projektsteuerung und teils schlampige Bauausführung beim Brandschutz verhinderten das.

Eine dürftige Bilanz attestiert Mehdorn vor allem Martin Delius von der Piratenpartei und Vorsitzender des Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, der dem Debakel um den Flughafen auf den Grund gehen will: „Es gibt nicht viel Positives, was nach dem Jahr übrig bleibt.“ Mehdorn habe mit großen Ankündigungen und markigen Worten angefangen. Mit Vorschlägen wie dem dauerhaften Weiterbetrieb des Flughafens Tegel sei er aufgefallen. „Er hat dabei aber leider auch offenbart, dass er sich über die Rahmenbedingungen seines neuen Jobs nicht ausreichend informiert hatte.“ Trotzdem sagt Delius: „Man kann ihn nicht austauschen.“

Auf Mehdorns Habenseite steht, dass die Abteilungen jetzt zusammenarbeiten, der Stillstand auf der Baustelle beendet ist und der Kabelsalat in den Terminaldecken entwirrt wird. Auch eine Lösung für die Brandschutzprobleme scheint gefunden. Siemens will die Anlage binnen 18 Monaten in Gang bringen, hat aber noch nicht alle Pläne, um beginnen zu können. So lange tickt die Uhr weiter.

dpa

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