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Deutschland / Weltweit Förster über Klimaschutz: Es fehlt das Geld zur Rettung des Waldes
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Förster über Klimaschutz: Es fehlt das Geld zur Rettung des Waldes
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12:36 23.07.2019
Nach den Stürmen in den vergangenen Jahren hatten Waldarbeiter alle Hände voll zu tun – und es wird immer mehr Arbeit. Quelle: dpa
Hannover

Geht es nach Wissenschaftlern, könnte ein gigantisches weltweites Aufforstungsprogramm den Kampf gegen den Klimawandel deutlich erleichtern. Allerdings scheitern die Forst- und Waldarbeiter schon jetzt an einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung – weil nicht genug Geld da ist, warnen Gewerkschafter.

Um die Folgen des Klimawandels für die niedersächsischen Wälder zu begrenzen, sind nach Ansicht der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) schon jetzt mehr Förster und Waldarbeiter erforderlich. Private Waldbesitzer und besonders die staatlichen Forsten sollten mehr Personal einstellen, forderte die Gewerkschaft am Dienstag in Hannover.

Es fehlen Fachkräfte

Geht es nach den Arbeitnehmervertretern, wurde der deutsche Wald regelrecht kaputtgespart: „Vor allem die staatlichen Forsten haben in den vergangenen Jahren sehr viele Stellen abgebaut“, sagte IG-Bau-Regionalleiter Eckhard Stoermer. Dies räche sich jetzt, weil es beispielsweise an Fachkräften fehle, um den Befall von Bäumen mit Borkenkäfern rechtzeitig zu erkennen.

Doch es geht nicht nur um die Bewahrung des Status Quo: Zusätzliche Fachkräfte seien auch für den dringend nötigen Waldumbau erforderlich, sagte Stoermer. Der momentan noch zu mehr als 50 Prozent aus vergleichsweise anfälligen Nadelbäumen bestehende Wald in Niedersachsen müsse zu widerstandsfähigeren Mischwäldern umgebaut werden.

„Eine Mammutaufgabe“

„Der Waldumbau ist eine Mammutaufgabe, für die man qualifizierte und ordentlich bezahlte Fachkräfte braucht“, erklärte die Bezirksvorsitzende der IG Bau, Stephanie Wlodarski. „Sie dürfen in keinem Haushaltsplan fehlen.“

Grundsätzlich sollten die Wälder nach Ansicht der Forstgewerkschaft nicht allein unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten bewirtschaftet werden. „Wer nur Gewinninteressen im Sinn hat, setzt eher auf Ein-Baum-Kolonien, mit denen sich einfacher Geld verdienen lässt“, sagte Wlodarski. „Am Ende kommt die Rechnung von der Natur – nämlich wenn Trockenheit und Schädlinge der Monokultur zusetzen.“

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Von RND/dpa