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Deutschland / Weltweit Kritik an Kopftuch für Joggerinnen – Decathlon macht Rückzieher
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Kritik an Kopftuch für Joggerinnen – Decathlon macht Rückzieher
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19:36 26.02.2019
Die Sportartikel-Kette Decathlon bot auf seiner französischen Webseite den sogenannten Renn-Hidschab an. Quelle: Marius Schwarz
Paris

Ein Kopftuch für Joggerinnen der Sportartikel-Kette Decathlon sorgt in Frankreich für Empörung. Der sogenannte Renn-Hidschab wurde auf der französischen Webseite des Unternehmens zum Kauf angeboten und löste heftige Reaktionen bis hin zu Boykott-Aufrufen und Drohungen aus.

Eigentlich wollte das Decathlon das Kopftuch in Frankreich auf den Markt bringen - machte aber am Dienstagabend einen Rückzieher.

Zunächst hatte Decathlon auf Twitter erklärt, dass die Kopfbedeckung nur in Marokko erhältlich sei. Dann hieß es, dass der „Hidschab“ bald auch in Frankreich verkauft werde, aber aus Versehen zu früh auf der Webseite veröffentlicht worden sei.

„Seien Sie versichert, wir leugnen keinen unserer Werte. Wir haben immer alles getan, um den Sport überall auf der Welt zugänglicher zu machen. Dieser Hidschab war ein Bedürfnis einiger weiblicher Läuferinnen“, schrieb Decathlon noch am Montag.

Am Dienstagabend dann die Kehrtwende: Der Kommunikationsdirektor des Unternehmens, Xavier Rivoire, kündigte im Gespräch mit dem französischen Sender RTL an, das Produkt nun doch nicht in Frankreich auf den Markt zu bringen.

Politiker sprechen sich gegen das Produkt aus

Auch französische Politiker sprachen sich gegen das neue Produkt aus. „Der Sport ist emanzipiert. Er unterwirft sich nicht. Meine Wahl als Frau und als Bürgerin wird es sein, einer Marke, die mit unseren Werten bricht, nicht mehr zu vertrauen“, schrieb von der Regierungspartei La République en Marche auf Twitter.

Gesundheitsministerin Agnès Buzyn erklärte, dass der Verkauf zwar legal sei, aber sie die Idee dahinter nicht teile. „Ich hätte es vorgezogen, wenn eine französische Marke nicht für den Schleier geworben hätte“, sagte sie dem französischen Sender RTL.

Übersetzt: „Während Millionen von Frauen auf der ganzen Welt darum kämpfen, sich vom Schleier zu befreien, verkauft @Decathlon Hijabs. Und sie denken, wir lassen sie einfach machen?“

Übersetzt: „Decathlon unterwirft sich auch dem Islamismus, der nur Frauen mit einem mit Hijab bedeckten Kopf toleriert, um ihre Zugehörigkeit zur Umma und ihre Unterwerfung unter Männer zu bekräftigen. #Decathlon leugnet daher die Werte unserer Zivilisation auf dem Altar des Marktes und des Gemeinschaftsmarketings.“

Der „Hidschab“ soll auch weltweit erhältlich sein

Der „Hidschab“ soll nun in den kommenden Wochen in Frankreich und auf Wunsch auch weltweit erhältlich sein - aber keinesfalls das Gesicht bedecken, so Decathlon. In Frankreich ist Vollverschleierung verboten.

Vor gut zwei Jahren löste das Verbot der muslimischen Badebekleidung Burkini an einigen französischen Strände eine heftige Debatte aus. Decathlon ist nicht der einzige Sporthersteller, der Kopfbedeckungen für muslimische Athletinnen verkauft. Auch die US-amerikanische Firma Nike zum Beispiel entwickelte eine solche Kopfbedeckung.

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