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Deutschland / Weltweit Gehalts-Check: Diese Jobs werden in Deutschland am besten bezahlt
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Gehalts-Check: Diese Jobs werden in Deutschland am besten bezahlt
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14:04 25.04.2019
Wer verdient wo am meisten? Deutsche Gehälter im Vergleich. Quelle: dpa/RND Montage
Hannover

Welche Berufe und welche Branchen sind besonders rentabel? Und in welchem Bundesland ist die Arbeit am meisten wert? Das verrät eine aktuelle Studie von Gehalt.de der Webseite des Personalunternehmens PMSG PersonalMarkt Services.

Wer in Deutschland viel Geld verdienen will, sollte nach wie vor in ein Medizin-Studium investieren. Die lange Ausbildung zahlt sich in den meisten Fällen aus. Denn die bestbezahlten Fachkräfte ohne Personalverantwortung sind laut den Analysten Oberärzte. In diesem Berufsfeld verdienen die Mediziner im Median 115.317 Euro im Jahr. Median heißt, dass die eine Hälfte mehr, die andere Hälfte weniger verdient – der Median ist somit der genaue Mittelpunkt und damit präziser als der Durchschnittswert.

Fachärzte landen auf der vierten Position und dürfen sich jährlich über ein stattliches Mediangehalt von 80.722 Euro freuen. Wer keine Karriere im medizinischen Sektor forciert, findet im Wirtschafts- und Finanzsektor beachtliche Gehälter vor:

In welchem Beruf winkt ein geringer Lohn?

In anderen Berufzweigen wird zwar genauso hart gearbeitet, die Vergütung ist allerdings bedeutend geringer. So kommen viele Deutsche trotz Vollzeitjob mit ihrem monatlichen Lohn kaum über die Runden und müssen um jeden Euro kämpfen. Die unrühmliche „Spitzenposition“ nehmen dabei die Küchenhilfen ein. Ihr Einsatz wird mit 21.907 Euro im Median honoriert.

Knapp dahinter landen Friseure, Kellner und Call Center Agents auf den Plätzen. Die folgende Liste zeigt die Berufe mit dem niedrigsten Mediangehalt (ohne Personalverantwortung):

Das Bundesland mit dem höchsten Lohnniveau ist Hessen. Arbeitnehmer verdienen hier 14,1 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Der Geschäftsführer von Gehalt.de, Philip Bierbach, erklärt die Blütezeit der hessischen Wirtschaft so: „Nennenswert in Hessen sind die Finanzhochburg Frankfurt sowie die sehr ausgeprägte Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche. In beiden Sektoren verdienen Fach- und Führungskräfte Top-Gehälter.“

Hohe Gehälter in Hessen, niedrige in Mecklenburg-Vorpommern

In Hessen arbeitende Akademiker kassieren ein Jahreseinkommen von durchschnittlich 51.345 Euro. Während Beschäftigte nach der Ausbildung mit einem Durchschnittsgehalt von 35.117 Euro aussteigen. Und damit im Schnitt mehr verdienen als Akademiker in Mecklenburg-Vorpommern, wo die Gehälter am geringsten sind.

Das Bundesland an der Ostsee belegt somit den letzten Platz im Ranking von Gehalt.de. Hier beziehen Beschäftigte im Vergleich zum Bundesdurchschnitt über 24 Prozent weniger Gehalt. Dafür liefert die Studie auch eine Erklärung: „Mecklenburg-Vorpommern ist geprägt vom Tourismus entlang der Ostseeküste sowie von einer starken Landwirtschaft. Hohe Gehälter werden in diesen Branchen jedoch nicht gezahlt.“

Dafür kann das Bundesland im Gehaltsatlas 2019 bei der Einkommensschere zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten punkten. Demnach verdienen Männer in Mecklenburg-Vorpommern 16,4 Prozent mehr als Frauen. In Baden-Württemberg klettert dieser Wert sogar auf 26,5 Prozent. Ein trauriger Spitzenwert.

Die Karte zeigt das Lohnniveau in den Bundesländern im Vergleich zum deutschen Durchschnitt (45.000 Euro):

Der Osten holt auf

Den Daten zufolge bekommen Arbeitnehmer in den ostdeutschen Bundesländern 23,9 Prozent weniger Gehalt für ihre Leistung als in Westdeutschland. Was eine Verbesserung darstellt – genau 1,3 Prozent zum Vorjahr. Das Gefälle wird vor allem bei einer Berufsgruppe deutlich. CNC-Fachkräfte im Osten verdienen jährlich 11.315 Euro weniger als im Westen.

Die Analysten der Studie weisen allerdings darauf hin, diese Werte in einem breiteren Kontext zu sehen.

Demzufolge müssten Lebensunterhaltungskosten in den jeweiligen Regionen berücksichtigt werden. In Schwerin und Dresden liegt beispielsweise die Durchschnittsmiete bei 5,81 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In München beträgt die Nettokaltmiete je Quadradmeter 10,22 Euro und liegt damit 52 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt.

Für den Gehaltsatlas 2019 wurden 492.171 Gehaltsangaben aus ganz Deutschland ausgewertet. 40 Prozent davon stammen von weiblichen, 60 Prozent von männlichen Berufstätigen.

Von RND/Alex Krenn