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Deutschland / Weltweit Genauer Streikbeginn der Lokführer weiter unklar
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Genauer Streikbeginn der Lokführer weiter unklar
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13:26 20.02.2011
Quelle: dpa
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Mit Hinblick auf den Streik zum Wochenenbeginn sagte der Bezirkschef der Gewerkschaft der Lokomotivführer für Berlin und Brandenburg, Frank Nachtigall: „Die Aussage unseres Bundesvorsitzenden war, dass es ab Montag bundesweit zu Warnstreiks kommen wird. Dies ist und bleibt gültig.“ Es gebe noch keine andere Aussage oder Entscheidung.

In der „Bild am Sonntag“ hat GDL-Chef Claus Weselsky angekündigt, der erste Arbeitskampf werde nicht länger als drei Stunden dauern. Es werde „aber eine sehr wirksame Aktion sein“. Zugleich hatte er mit einer Ausweitung des Arbeitskampfes zum flächendeckenden Streik gedroht.

„Solange wir kein verhandlungsfähiges Angebot bekommen, werden wir die Arbeitskämpfe steigern - bis zum flächendeckenden Streik“, sagte Weselsky dem Blatt. Kritik von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) an den Streikmaßnahmen verbat sich Weselsky: „Ich erwarte vom Minister, dass er sich nicht in Tarifverhandlungen einmischt.“

Ramsauer hatte die Lokführer ermahnt, Pendler dürften nicht als Geiseln herhalten. Informationen, wonach der Warnstreik am Montagmorgen in Nordrhein-Westfalen beginnen sollte, konnte die Nachrichtenagentur dpa auch am Sonntag nicht verifizieren. Die GDL hatte dazu am Samstag betont, es gebe keine Erklärung zu Warnstreiks in NRW.

Der Personalchef der Deutschen Bahn, Ulrich Weber, warf der GDL vor, das Unternehmen ohne erkennbaren Grund mit Warnstreiks zu überziehen. In einem „Spiegel-Online“-Interview kritisierte er die geplanten Aktionen als „willkürlich, unsachlich und wenig seriös“. An einer Lösung in letzter Minute glaubt Weber nicht. „Ich könnte mich auf den Kopf stellen und würde Warnstreiks nicht verhindern“, sagte er. Seine Hoffnung sei, „dass wir uns nach möglichen Warnstreiks Ende der nächsten Woche endlich wieder zu Verhandlungen zusammenfinden.“

Die konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG warnte die Bahn davor, den GDL-Forderungen nachzugeben. „Wenn die Arbeitgeber der GDL einen besseren Abschluss als mit uns zugestehen, wird das weitreichende Konsequenzen haben“, sagte der Vorsitzende der größten Bahngewerkschaft, Alexander Kirchner, dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Dann werde man Nachverhandlungen fordern und gleiche Bedingungen verlangen.

dpa