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Deutschland / Weltweit General Motors verlegt Europa-Zentrale von Zürich nach Rüsselsheim
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit General Motors verlegt Europa-Zentrale von Zürich nach Rüsselsheim
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16:37 15.11.2009
Mit dem Umzug nach Rüsselsheim strafft GM seine Verwaltungsstruktur in Europa. Quelle: AFP
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Mit Ausnahme der Verwaltung von Chevrolet seien damit in der künftigen neuen Opel-Gesellschaft alle Elemente von GM in Europa zusammengefasst. Einzelheiten zum Zeitpunkt des Umzugs und zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter nannte der Sprecher nicht. Mit dem Umzug nach Rüsselsheim strafft GM seine Verwaltungsstruktur in Europa. Nach dem Ausscheiden der Marke Saab aus dem GM-Verbund setzt der Konzern in Europa auf seine deutsche Tochter Opel und seine britische Tochter Vauxhall. GM hatte Anfang November überraschend beschlossen, Opel nicht an den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna zu verkaufen und seine deutsche Tochter selbst zu sanieren.

Der Opel-Aufsichtsrat Armin Schild zeigte sich laut „Wirtschaftswoche“ überzeugt, dass die Sanierungskosten bei Opel die von GM genannten drei Milliarden Euro bei weitem übersteigen. „Ich gehe davon aus, dass eine Restrukturierung, die auch eine Vorwärtsstrategie eröffnet, über sechs Milliarden, wahrscheinlich eher sieben Milliarden Euro kostet“, sagte der IG-Metall-Chef von Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

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Unterdessen bahnt sich laut „Spiegel“ in der Regierung eine Diskussion darüber an, ob Opel auch unter dem Dach von GM staatliche Hilfen bekommen soll. Die Erklärung von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), GM verlange keine deutschen Hilfen mehr, stießen dem Magazin zufolge in Kanzleramt und Finanzministerium auf Verwunderung. Beide Ressorts rechnen demnach damit, dass die Amerikaner einen entsprechenden Antrag stellt. Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) seien grundsätzlich zur Bereitstellung von Hilfen für Opel bereit, selbst wenn das Unternehmen im Besitz des US-Konzerns bleibt, hieß es in beiden Häusern.

Ein Regierungssprecher wies den „Spiegel“-Bericht am Sonntag zurück. Sollte GM einen Antrag auf staatliche Hilfen stellen, werde dieser nach dem dafür vorgesehenen Verfahren geprüft. Bisher sei ein solcher aber nicht eingegangen.

Der „Bild am Sonntag“ sagte Brüderle dagegen, die Bundesregierung werde keine Hilfen für die Sanierung von Opel geben. GM könne höchstens Hilfe von den Bundesländern mit Opel-Standorten erwarten. Wenn die Ministerpräsidenten dieser Länder die finanziellen Möglichkeiten hätten, Hilfen aus ihren Haushalten zu geben, dann sei das ihre freie Entscheidung, sagte Brüderle.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) stellte GM hingegen staatliche Hilfe in Aussicht. Voraussetzung dafür sei ein neues Konzept von GM, in dem keine betriebsbedingten Kündigungen zu finden seien und alle vier Standorte erhalten würden, sagte Beck dem Fernsehsender Phoenix. „Dann sind wir bereit, auch über Staatsgelder zu reden.“

AFP