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Deutschland / Weltweit Wirtschaft schaltet einen Gang zurück
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23:01 23.05.2014
Wegen des milden Winters konnte die Baubranche durcharbeiten, jetzt kommt der Rückpralleffekt. Quelle: dpa
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München/Wiesbaden

Der vom Münchener Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklimaindex ist im Mai von 111,2 auf 110,4 Punkte gefallen.

Fachleute hatten schon im vergangenen Monat mit einem Dämpfer beim Ifo-Index gerechnet. Doch im April hatte sich der Index zunächst noch einmal überraschend nach oben bewegt. Nun gab der Geschäftsklimaindex aber ein wenig stärker nach als von Volkswirten erwartet. Er sank auf den bisher tiefsten Stand des Jahres – liegt aber dennoch auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

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„Die deutsche Wirtschaft legt eine Verschnaufpause ein“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Manager in den 7000 befragten Firmen beurteilten sowohl ihre Lage als auch ihre Geschäftsaussichten schlechter als zuletzt. Das Klima trübte sich in allen Branchen ein – von der Industrie über Handel und Bauwirtschaft bis zu Dienstleistern. Allerdings ist die Stimmung etwa in der Industrie nach wie vor recht gut. „Vom Export werden weiterhin verstärkt Impulse erwartet“, erklärte Ifo-Chef Sinn.

Der Frühjahrsaufschwung sei schon  im Winter vorgezogen worden, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe. „Jetzt gibt es einen gewissen Rückpralleffekt.“ Wegen des milden Winters konnte von Januar bis März in der Baubranche ohne die sonst üblichen Unterbrechungen im Winter durchgearbeitet werden. Die Bauausgaben stiegen um 3,6 Prozent.

Die Unternehmen investierten angesichts guter Geschäftsaussichten und niedriger Zinsen 3,3 Prozent mehr in Maschinen, Anlagen und andere Ausrüstungen. Dies war der stärkste Zuwachs seit dreieinhalb Jahren. Die privaten Konsumausgaben legten dank Rekordbeschäftigung, steigender Löhne und niedriger Inflation um 0,7 Prozent zu.

Die Wirtschaft wuchs nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal so kräftig wie seit drei Jahren nicht mehr – um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Im Schlussquartal des Jahres 2013 hatte sich das Bruttoinlandsprodukt um 0,4 Prozent erhöht.

Grund zur Sorge gebe es nach dem Rückgang des Geschäftsklimaindex nicht, meinen die Ifo-Experten. Die Münchener Ökonomen erwarten, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,3 Prozent zulegt. Auch der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, sieht keine Trendwende für die deutsche Wirtschaft. Die am Freitag veröffentlichten Details zum Bruttoinlandsprodukt in Deutschland zeigten, dass die Unternehmen „endlich mehr investieren“. Es gebe zwar Risiken – die Wirtschaft werde aber stärker wachsen als 2013. Dafür sprechen auch die höheren Summen, die die Unternehmen etwa für neue Maschinen ausgegeben haben.

dpa

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