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Deutschland / Weltweit Guttenberg: GM soll Verhandlungen wieder aufnehmen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Guttenberg: GM soll Verhandlungen wieder aufnehmen
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16:29 22.08.2009
Wirtschaftsminister  Karl-Theodor zu Guttenberg
Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Quelle: ddp
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„Keiner der Beteiligten sollte ein Interesse daran haben, dem Vorwurf kühler Verhandlungstaktiererei ausgesetzt zu sein“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) forderte von GM eine zeitnahe Entscheidung für den Zulieferer Magna.

Der GM-Verwaltungsrat hatte nach einer Telefonkonferenz am Freitag entgegen den Erwartungen keine Empfehlung im Bieterrennen um den deutschen Autobauer bekannt geben wollen. „Wir werden heute überhaupt nichts sagen“, sagte GM-Sprecherin Julie Gibson. Das Gremium beriet über die beiden verbliebenen Interessenten, den österreichisch-kanadischen Automobilzulieferer Magna und den Finanzinvestor RHJ International (RHJI).

Guttenberg sagte der „WamS“: „Objektiv dürfte GM eine Entscheidung jederzeit möglich sein.“ Bund und Länder hätten alle Informationen vorgelegt, die dafür notwendig seien. GM sei „ein selbstständiges und in mancherlei Hinsicht ein bemerkenswertes Unternehmen“. Der Online-Ausgabe des „Hamburger Abendblatts“ sagte Guttenberg, im übrigen zahle sich jetzt aus, dass „auf mein Drängen hin die Adam Opel AG und die anderen europäischen Tochtergesellschaften in eine Treuhandgesellschaft eingebracht wurden“. „Damit haben wir einen stabilen Rahmen, in dem die Gespräche jetzt fortgesetzt werden können.“ Es gebe „noch Raum für eine Einigung“.

Steinmeier forderte von GM eine Entscheidung für Magna in der kommenden Woche. „Ich habe Magna für die Opel-Übernahme vorgeschlagen und werde meine intensiven Bemühungen fortsetzen, damit es zu einer endgültigen Entscheidung in den nächsten Tagen kommt“, sagte Steinmeier der „Bild am Sonntag“. „Mir ist wichtig, dass im Aufsichtsrat von GM keine Entscheidung gegen Magna gefallen ist.“ Der SPD-Kanzlerkandidat machte deutlich, dass Staatsgeld nur bei einem Verkauf an Magna gezahlt werde. „Staatliche Hilfen darf es nur geben für ein Konzept, das wirklich überzeugt.“ Nur Magna wolle die vier deutschen Opel-Standorte in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz erhalten, sagte Steinmeier.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) reagierte „ausgesprochen verärgert“ auf die Vertagung der Entscheidung zum Opel-Verkauf. „Alle sachlichen Fragen sind zwischen GM und Magna geklärt worden, für diese Vertagung gibt es keinerlei inhaltliche Rechtfertigung.“ Auch Nordrhein-Westfalens Regierungschefs Jürgen Rüttgers (CDU) zeigte sich „enttäuscht“. „Dieses Hinhalten ist eine unerträgliche Belastung für die Beschäftigten von Opel, für die Gewerkschaften und die Politik, aber auch für den Steuerzahler.“

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) sagte der Zeitschrift „Super Illu“, er glaube weiter „an den Erfolg des Magna-Modells“. Es gebe aber auch einen „Plan B mit weiteren Investoren“, weil „wir in Eisenach nicht nur den Industriestandort sehen, sondern auch die sehr solide Zuliefererkette.“ FDP-Chef Guido Westerwelle mahnte derweil die Bundesregierung, sich nicht auf eine Opel-Übernahme durch Magna festzulegen. „Die einseitige Bevorzugung eines Investors mit russischer Interessenslage nutzt weder den deutschen Steuerzahlern noch den Opel-Mitarbeitern“, sagte Westerwelle der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

afp

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