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Deutschland / Weltweit Hannover Messe setzt auf E-Mobilität
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Hannover Messe setzt auf E-Mobilität
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11:27 19.04.2010
Von Lars Ruzic
Der OCC eChopper, Elektromotorrad von Siemens
Der OCC eChopper, Elektromotorrad von Siemens Quelle: dpa
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Hinten im Garten das Windkraftrad für den Hausgebrauch, vor der Tür das Elektroauto, das je nach Bedarf die eigenen Batterien auflädt oder Strom ins Netz einspeist - und im Keller ein „Energie-Butler“, der alle elektronischen Strömungen koordiniert und hinsichtlich der Kosten optimiert: So könnte es aussehen, das Eigenheim der Zukunft. Alle Komponenten lassen sich jedenfalls schon jetzt auf der Hannover Messe besichtigen. „Wir wissen, dass die elektrische Mobilität kommt“, umschrieb es VDMA-Präsident Manfred Wittenstein am Sonntag kurz vor dem Messestart. „Und sie wird einen tiefen Einschnitt in die deutsche Industriestruktur bedeuten.“

Die heimische Wirtschaft habe ein „einmaliges Netzwerk zur Verfügung, das wir jetzt ausspielen müssen“: Autokonzerne, Energieriesen und eine Vielzahl innovativer Maschinenbauer und Elektrotechniker. „Wir wollen nicht nur Anwender, sondern Produzenten von elektronischer Mobilität sein“, forderte Deutschlands oberster Maschinenbauer auch mit Blick auf das Anfang Mai geplante Treffen zu dem Thema mit der Bundeskanzlerin. Angela Merkel wird sich auf ihrem Rundgang über das hannoversche Messegelände bereits umfassend vorbereiten können. Denn die Ausstellungsmacher haben das Thema längst für sich entdeckt und mit der Teilmesse MobiliTec in Halle 27 erstmals ein eigenes Forum für alle Technologien rund um Elektromobilität geschaffen.

Dort zeigt etwa der Energieriese RWE, dass die Elektrozapfsäule längst keine Spielerei mehr ist. In acht Städten wurden bereits 250 aufgestellt, bis zum Jahresende sollen es 1000 in allen deutschen Metropolen sein, sagte RWE-Managerin Carolin Reichert. Tanken und abrechnen laufen voll automatisch, weil sich der Kunde mit dem Einstöpseln gleichzeitig im System anmeldet. Die Rechnung wird dann am Monatsende einfach abgebucht. Auch die Tanksäule für die heimische Garage haben die Essener bereits entwickelt. Sie soll für 2500 Euro zu haben sein.

Nicht teurer als ein Mittelklasseauto wird das Windrad für den Hausgebrauch, das auf dem RapidX-Stand in Halle 17 steht. Mit rund 18 000 Euro Gesamtkosten sei zu rechnen, hieß es. Dafür bekommt man eine Anlage, deren Rotorblätter sich quasi wie im Haushaltsmixer drehen und die es auf 4,2 Kilowatt Leistung bringt. Der Aufbau ist allerdings nur für Anwender mit großem Garten realistisch. Wegen des Lichtschattens müssen gut 100 Meter Abstand zum Nachbarn gewahrt bleiben.

All die Möglichkeiten, künftig Energie ins Netz einzuspeisen und zu entnehmen, erfordern eine intelligente Steuerung des Gesamtsystems, das die Fachleute bereits als „Internet der Energie“ umschreiben. Aus dem Verbraucher werde künftig der „Prosumer“, der sowohl produziert wie konsumiert, sagte Ludwig Karg, der für die Bundesregierung die Initiative E-Energy leitet. Damit künftig nicht „die Waschmaschine nur dann läuft, wenn viel Wind weht“, müssten die Energieflüsse von einem zentralen Gerät im Haus koordiniert werden. Modelle im Praxistest sind auf dem E-Energy-Stand in Halle 13 zu sehen.

Ein Blick in die fernere Zukunft liefert das erste komplett wasserstoffangetriebene Flugzeug der Welt in Halle 27, das das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt hat. Es sieht aus wie ein Segelflugzeug mit aufgesetztem Propeller - und Vulkanasche macht ihm gar nichts aus.

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