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Deutschland / Weltweit IG Metall macht bei Enercon Druck
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit IG Metall macht bei Enercon Druck
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21:44 08.09.2013
Von Jens Heitmann
Die IG Metall will Betriebsräte bei Servicetöchtern durchsetzen. Quelle: dpa
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Hannover

Als erster Schritt gilt die Wahl von Betriebsräten bei neun Servicegesellschaften, die bundesweit aktiv sind. Für diesen Montag hat die IG Metall zu entsprechenden Wahlveranstaltungen eingeladen. „Damit ist ein Anfang gemacht“, sagte Evelyn Gerdes, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Leer-Papenburg.

In den Servicegesellschaften hat Enercon nach Gewerkschaftsangaben rund 3000 Mitarbeiter zusammengefasst, die für die Montage und Wartung der Windkraftanlagen zuständig sind. Die Monteure seien von sich aus auf die IG Metall zugekommen, sagte Gerdes. Bei ihnen gebe es eine große Unzufriedenheit darüber, dass sie auf Schichtzeiten und Regelungen zur Rufbereitschaft kaum Einfluss hätten. Aber auch die Entlohnung und die Wertschätzung am Arbeitsplatz seien für die Mitarbeiter wichtige Themen.

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Den Anstoß für die Initiative der Monteure hat offenbar der Tarifabschluss beim Konkurrenten Repower gegeben. Dort hatte die IG Metall im März nach achtmonatiger Verhandlung erreicht, dass für die rund 2200 Beschäftigten seither im Wesentlichen die Tarifverträge der Metall- und Elektrobranche gelten.

In der Windkraftbranche tut sich die Gewerkschaft generell schwer. Vor Jahren hatte sie einen eigenen Flächentarifvertrag gefordert – inzwischen würde sie sich schon mit „tarifvertraglichen Regelungen“ zufriedengeben, wie es bei der IG Metall Küste in Hamburg heißt. Gemeint sind damit Haustarife, wie sie bei Areva Wind und Weserwind in Bremerhaven sowie bei Siemens Windpower und Repower gelten. „Saubere Energie muss auch gute Arbeit heißen“, sagte Bezirksleiter Meinhard Geiken. Deshalb setze man sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Branche ein: „Ein erster Schritt dazu ist die Wahl von Betriebsräten.“

Enercon war bisher für die IG Metall nicht zu knacken. Dort gruppieren sich unter dem Dach der UEE Holding GmbH mehr als 250 Einzelgesellschaften. Firmengründer Aloys Wobben soll früher alles versucht haben, um den Einfluss von Betriebsräten und Gewerkschaftern möglichst gering zu halten. Die Gewerkschaft sieht inzwischen aber Anzeichen dafür, dass der Widerstand aufweicht.  Die Vorgesetzten in den Monteurgesellschaften hätten sich zuletzt konstruktiv verhalten, hieß es. Enercon wollte sich nicht äußern.

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