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Deutschland / Weltweit Insgesamt 13 Karstadt-Häuser werden geschlossen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Insgesamt 13 Karstadt-Häuser werden geschlossen
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13:47 01.12.2009
Die insolvente Warenhausgruppe Karstadt schließt weitere Filialen und geht mit 120 Häusern auf Investorensuche.
Die insolvente Warenhausgruppe Karstadt schließt weitere Filialen und geht mit 120 Häusern auf Investorensuche. Quelle: afp
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Wie die Insolvenzverwaltung am Dienstag in Essen mitteilte, sollen bundesweit 86 Warenhäuser, 26 Sporthäuser und 8 Schnäppchencenter mit mehr als 25.000 Arbeitsplätzen nach einem Insolvenzplanverfahren fortgeführt werden.

Geschlossen würden zum Frühjahr 2010 die drei Standorte Kaiserslautern, Ludwigsburg und ein Warenhaus in Hanau mit insgesamt 385 Beschäftigten, sagte Rolf Weidmann, Beauftragter des Insolvenzverwalters für den Warenhausbereich. In Celle, Dortmund, Hamburg, Hannover, Kiel, München und Recklinghausen würden einzelne Filialen mit insgesamt fast 800 Beschäftigten zum 31. März 2010 aufgegeben.

Ein Teil dieser Häuser war bereits auf der Gläubigerversammlung von Karstadt am 10. November genannt worden. Dort war auch die Schließung der Multimedia-Fachmärkte in Berlin-Biesdorf, in Braunschweig und Stuttgart angekündigt worden.

Durch die Sanierungsbeiträge der Gläubigergruppen könnten einige Filialen mit insgesamt 1700 Mitarbeitern weitergeführt werden, die ursprünglich auf der Prüfliste gestanden hätten, sagte Weidmann.

„Auf Grundlage der heute bekanntgegebenen Entscheidungen werden wir nun einen Insolvenzplan ausarbeiten und aktiv den Investorenprozess aufgreifen“, sagte Weidmann. Beide Prozesse könnten im Frühjahr 2010 erfolgreich abgeschlossen sein, während die strukturellen und operativen Sanierungsmaßnahmen konsequent weiter umgesetzt würden.

„Wir sind froh, dass für die große Mehrheit der Karstadt-Beschäftigten und der Filialen eine Perspektive gefunden wurde“, erklärte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane am Dienstag. Die Gewerkschaft werde nun darauf dringen, dass die Zusagen des Insolvenzverwalters an die Beschäftigten eingehalten werden. Dazu gehört die Einrichtung einer Transfergesellschaft ebenso wie das Versprechen, sich um die Eingliederung der von der Schließung betroffenen Mitarbeiter in die verbleibenden Filialen zu bemühen.

Die Karstadt-Verhandlungskommission von ver.di empfahl der großen Tarifkommission der Gewerkschaft und den regionalen Einzelhandels-Tarifkommissionen am Dienstag, dem Sanierungstarifvertrag zuzustimmen. Demnach werden die Karstadt-Beschäftigten bis 31. August 2012 auf Urlaubsgeld, tarifliche Vorsorgeleistungen und Teile des Weihnachtsgeldes verzichten.

afp