Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Interesse an Gras-Aktie noch nicht berauschend
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Interesse an Gras-Aktie noch nicht berauschend
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 05.03.2015
Von Albrecht Scheuermann
Foto: Mit Fotovoltaikanlagen war der F.A.M.E. AG nicht mehr genug Geld zu machen, daher konzentriert sie sich jetzt auf den etwas anderen grünen Markt.
Mit Fotovoltaikanlagen war der F.A.M.E. AG nicht mehr genug Geld zu machen, daher konzentriert sie sich jetzt auf den etwas anderen grünen Markt. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Mit Beteiligungen im Fotovoltaikmarkt Geld zu verdienen ist nicht so leicht. Dies merkte auch die F.A.M.E. AG, sodass sie sogar Insolvenz beantragen musste. Der Vorstand hatte dann jedoch eine neue Idee: Marihuana wird in den USA zu einem riesigen Geschäft, daran müsste doch auch eine deutsche Aktiengesellschaft mitverdienen können. Und so wurde aus der Berliner Firma mit den vielen Punkten Ende 2014 die Deutsche Cannabis AG. Sie hat nun eine erste Hürde gemeistert und eine Kapitalerhöhung mit einiger Mühe doch noch unter Dach und Fach gebracht. Es ging zwar nur um den vergleichsweise läppischen Betrag von 250.000 Euro, aber anscheinend tun sich Anleger hierzulande doch noch etwas schwer mit der Droge.

Anders sieht es in Amerika aus. Seit in einigen Bundesstaaten wie Colorado und Washington das Geschäft mit Cannabis, auch Marihuana oder schlicht Gras genannt, legalisiert wurde, boomt der Markt. Es gibt Hanfzüchter, Ladenketten, Messen, Zeitschriften, einen einschlägigen Industrieverband, sogar „Kiffersteuern“ - und die Börsianer werden schon high, wenn sie nur an das gewaltige Dollar-Potenzial dieses Marktes denken. Sollten Konsum und Handel mit dem Hanferzeugnis im ganzen Land erlaubt werden, könnten die Umsätze in den USA einen dreistelligen Milliardenbetrag erreichen. Dabei geht es nicht nur um Gras selbst, sondern auch um Anbautechnik und Verpackung, um Kekse, Biere, Öle und Cremes mit dem begehrten Zusatz aus der Hanfpflanze.

Davon will sich die Deutsche Cannabis AG eine Scheibe abschneiden. Ihr Geschäftszweck ist die Beteiligung an amerikanischen Unternehmen der Cannabis-Industrie. Zunächst kann ihr Chef Carsten Siegemund nur kleine Pfeifchen rauchen, doch die Firma gibt sich optimistisch: Nun wolle man die Gesellschaft so aufstellen, dass eine nächste Kapitalmaßnahme „unter besseren Vorzeichen“ stattfinden könne - sprich: größeres Interesse findet. Dazu könnte auch der Kursverlauf der Cannabis-Aktie beitragen: Sie machte am Montag einen Kurssprung um 22 Prozent auf 72 Cent. Mit einem Börsenwert von nur 4 Millionen Euro hat „die erste europäische Private Equity-Gesellschaft für die Cannabis-Industrie“ aber auch noch reichlich Luft nach oben.

02.03.2015
02.03.2015
Deutschland / Weltweit Umstrittener Fahrdienst-Vermittler - Zehntausende Uber-Konten gehackt
01.03.2015