Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Schmalstieg wird Schlichter im Kita-Tarifstreit
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Schmalstieg wird Schlichter im Kita-Tarifstreit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:01 04.06.2015
Ab Montag sind die Kitas wieder geöffnet – eine Schlichtung soll den Tarifstreit beenden. Für die Gewerkschaft wird Hannovers ehemaliger Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg Schlichter. Quelle: dpa/Archiv
Anzeige
Berlin

Die Tarifverhandlungen für kommunalen Kita-Erzieher und Sozialarbeiter sind gescheitert. Nach vier Wochen Streik gehen die Erzieherinnen und Erzieher ab Montag aber vorerst wieder normal zur Arbeit. Denn beide Seiten einigten sich am frühen Donnerstagmorgen nach stundenlangen, zähen Gesprächen auf eine Schlichtung, wie die Verhandlungsführer der Arbeitgeber und der Gewerkschaften, Thomas Böhle und Frank Bsirske, in Berlin sagten.

Das sagt Herbert Schmalstieg zur Schlichtung.

Verdi-Chef Bsirske warf den Arbeitgebern vor, nicht zur Aufwertung des ganzen Berufsfeldes mit seinen rund 240.000 Beschäftigten in den Kommunen bereit gewesen zu sein. Für alle Betroffenen hatten die Gewerkschaften mehr Geld herausholen wollen - auch etwa für Sozialpädagogen und Sozialarbeiter. "Es ist nicht gelungen, weil die Arbeitgeberseite an diesen Stellen mauert und gemauert hat", sagte Bsirske.

Anzeige

Arbeitgeber wollen keine pauschalen Erhöhungen

Der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA, Böhle, entgegnete: "Die Arbeitgeber haben in allen Berufsfeldern Verbesserungen vorgeschlagen." Wo ein einem Berufsfeld Handlungsbedarf bestehe, habe man sich Gedanken gemacht, doch die Forderungen der Gewerkschaften seien einfach zu hoch gewesen. "Zu pauschalen Erhöhungen waren wir nicht bereit."

Für die Gewerkschaften versucht der ehemalige Oberbürgermeister von HannoverHerbert Schmalstieg, zu schlichten. Der Schlichter der Arbeitgeber stehe noch nicht fest, werde aber zügig benannt, kündigte Böhle an. Er hat turnusgemäß den Vorsitz im Schlichterduo.

Gewerkschaften verlangen zehn Prozent Lohnplus

Der dbb-Verhandlungsführer Willi Russ sagte: "Die VKA hat leider nur auf Zeit gespielt." GEW-Vorstandsmitglied Andreas Gehrke sagte: "Mit der Schlichtung wollen Gewerkschaften und Arbeitgeber noch einmal alle Möglichkeiten prüfen und ausloten, um am Verhandlungstisch zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen."

Für Donnerstag hat Verdi 330 Streikdelegierte nach Frankfurt/Main eingeladen, um den Verhandlungsstand zu bewerten. Bsirske kündigte für dort eine Debatte darüber an, "wie wir die Schlichtung begleiten können". Die gesellschaftliche Bewegung für die Arbeit am Menschen und mehr Anerkennung der Bildungsleistungen der Erzieher sei nicht zu Ende. Die Gewerkschaften verlangen für die kommunalen Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst im Schnitt zehn Prozent mehr Geld.

Wie lange die Schlichtung dauert, ist nicht festgelegt. Aber in Verhandlungskreisen wurde eine Dauer spürbar unter zwei Wochen für wahrscheinlich gehalten.

Am 21. April 2015 waren die Tarifverhandlungen abgebrochen worden, seit dem 8. Mai wurde gestreikt. Die Verhandlungen begannen am Montag erneut - bis zum letzten rund 16-stündigen Verhandlungsmarathon.

Georg Milbradt wird Schlichter für Arbeitgeber

Die kommunalen Arbeitgeber schicken den früheren sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) nach dem Ende des Kita-Streiks in die Schlichtung. Das teilte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt mit. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben eine Schlichtung vereinbart, nachdem die Tarifverhandlungen für kommunale Kita-Erzieher und Sozialarbeiter gescheitert waren.

dpa

Jens Heitmann 03.06.2015
Deutschland / Weltweit Sonderabschreibung gefordert - Anschub für die E-Autos
Stefan Winter 03.06.2015