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Deutschland / Weltweit Konkurrenz rückt BMW auf die Pelle
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Konkurrenz rückt BMW auf die Pelle
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18:09 08.03.2012
BMW hat das beste Jahr der Firmengeschichte perfekt gemacht. Dank eines Verkaufsrekords 2011 kletterte auch der Gewinn. Quelle: dpa
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München

Im Dreikampf um die Krone im Bau von Luxusautos hat BMW trotz eines Rekordfahrt immer mehr Mühe, die Spitze zu verteidigen. "2011 war das bislang beste Jahr in der Unternehmensgeschichte, wir haben unsere Ziele und mehr erreicht," jubelte Konzernchef Norbert Reithofer am Donnerstag zwar. Die Münchener haben neue Bestmarken bei Umsatz, Gewinn und Absatz erzielt und 2012 soll zumindest einen weiteren Verkaufsrekord bringen. Aber unangefochten ist die Vormacht von BMW nicht, wofür vor allem die VW-Tochter Audi sorgt. Und auch Daimler-Chef Dieter Zetsche will Mercedes wieder zur Nummer eins in der Premiumklasse machen.

In puncto Profitabilität hat derzeit Audi die Nase vorne mit einer Umsatzrendite von 12,1 Prozent. BMW kommt hier im reinen Autobau vergleichbar gerechnet auf 11,8 Prozent. Die gesamten Konzernumsätze der Münchener sind 2011 um 14 Prozent auf knapp 69 Milliarden Euro gewachsen, der Jahresüberschuss sogar um die Hälfte auf gut 4,9 Milliarden Euro. Hier hatten Analysten mehr als 5 Milliarden Euro erwartet. Schlusslicht bei der Profitabilität im Rahmen des Trios ist im Autobau Daimler mit 9 Prozent Rendite 2011.

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Seine Spitzenstellung verteidigt hat BMW beim Absatz. Die Bayern haben gut 14 Prozent mehr ihrer drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce verkauft - insgesamt 1,67 Millionen Autos. Bei Daimler reichte es mit Mercedes und Smart zu 1,38 Millionen Verkäufen, bei Audi inklusive der italienischen Topmarke Lamborghini zu 1,3 Millionen Verkäufen. Beschränkt man den Blick auf die Stammmarken, liegt BMW nur noch knapp vor Audi und Mercedes.

Dennoch war 2011 für BMW fraglos ein Spitzenjahr, was auch die Erhöhung der Dividende um je einen Euro auf 2,30 je Stammaktie und 2,32 Euro je Vorzugspapier zeigt. Das dürfte vor allem die bei BMW herrschende Quandt-Familie freuen. Profitiert hat zudem das Personal. Es zählte Ende 2011 mit 100306 Beschäftigten rund 5000 Mitarbeiter mehr als vor Jahresfrist. Teils ging das auf den Zukauf der Leasingfirma ING Car Lease Group zurück.

Historische Veränderungen gibt es bei BMW derzeit im Vorstand. Mit der Spanierin Milagros Caina-Andree wurde passend zum internationalen Frauentag erstmalig beim Traditionsunternehmen die Bestellung einer weiblichen Führungskraft in den Vorstand bekanntgegeben. Die 49-jährige übernimmt das Personalressort von Harald Krüger, der künftig für die beiden Marken Mini und Rolls-Royce sowie das Motorradgeschäft verantwortlich zeichnet. Damit gibt es nun in den 30 deutschen Dax-Konzernen zehn Frauen mit Vorstandsrang.

08.03.2012
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Albrecht Scheuermann 07.03.2012