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Deutschland / Weltweit Landesbausparkasse kündigt 6700 Verträge
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Landesbausparkasse kündigt 6700 Verträge
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00:23 22.02.2015
Von Albrecht Scheuermann
Die Landesbausparkasse Berlin-Hannover hat zum Jahresbeginn 6.700 Kunden ihre Verträge gekündigt. Grund dafür ist der starke Zinsrückgang. Quelle: dpa
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Hannover

„Manchmal muss man auch unpopuläre Entscheidungen treffen“, sagte LBS-Chef Rüdiger Kamp am Donnerstag. „Es darf nicht sein, dass renditeorientierte Anleger ihren Vertrag zum Nachteil derjenigen optimieren, die den Kernnutzen des Bausparens verfolgen.“

Insgesamt hatten nach Unternehmensangaben 12.100 Kunden in den vergangenen Monaten unangenehme Post bekommen. Betroffen sind Verträge, die schon seit mehr als zehn Jahren „zuteilungsreif“ sind, ohne dass die Kunden das Bauspardarlehen in Anspruch genommen haben. 6.400 hätten auf das Angebot der Bausparkasse reagiert, entweder in einen neuen Vertrag zu wechseln oder sich das Guthaben sofort kostenlos auszahlen zu lassen, erklärte Vorstandsmitglied Jan Putfarken. Die Altverträge seien noch mit Sparzinsen von bis zu 4 Prozent ausgestattet. Dies erklärt auch, dass angesichts der heutigen Zinssätze von oft nur noch 0,25 Prozent für das Ersparte viele Kunden an ihren Altverträgen festhalten wollen.

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Beschwerden über die Kündigungen

Insgesamt hätten sich inzwischen mehr als 1.000 Kunden wegen der Kündigungen beschwert, teilte das Institut mit. Diese beziehen sich allerdings zum Teil noch auf eine frühere Kündigungsaktion. Schon vor einem Jahr hatte die LBS Nord 3.700 Verträge beendet, bei denen das Guthaben bereits die Bausparsumme erreicht hatte - und somit gar kein Darlehen mehr ausbezahlt werden konnte.

Klagen gegen die Kündigung seien bei der LBS nicht eingegangen, hieß es. Da die Schiedsstellen beziehungsweise Ombudsmänner die Kündigungen nicht beanstanden, bleibt Kunden nur der Rechtsweg. Das Landgericht Mainz hatte in der gleichen Sache schon zugunsten der dortigen LBS entschieden.

Trotz der Probleme mit den Altverträgen hat die LBS Nord vergangenes Jahr ihren Zinsüberschuss mit 143 Millionen Euro leicht steigern können. Der Gewinn insgesamt ging jedoch um gut 20 Prozent auf 12,3 Millionen Euro zurück, weil die Kasse wegen des Zinstiefs mehr Geld für die Altersvorsorge der Mitarbeiter zurückstellen muss.

Unterm Strich steht ein Plus

Kamp äußerte sich zufrieden mit dem Geschäft. Zwar hat die LBS Nord vergangenes Jahr 13 Prozent weniger Bausparverträge abgeschlossen als 2013, aber zugleich gingen die Summen der Verträge deutlich hoch, sodass unter dem Strich ein Plus blieb. Im Schnitt betrug die Bausparsumme pro Vertrag 26.229 Euro, dies ist 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Die Qualität der Neuabschlüsse hat zugenommen“, kommentierte der LBS-Chef. Es handele sich um Kunden, die nicht nur sparen, sondern wirklich bauen oder Immobilien erwerben wollen. Laut Kamp hat die LBS Nord damit ihren Marktanteil in Niedersachsen um fast drei Prozentpunkte ausgebaut, er liegt demnach jetzt bei knapp 45 Prozent.