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Deutschland / Weltweit IAA 2019: So sehen die weiteren Neuheiten der Hersteller aus
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12:44 11.09.2019
Dichtes Gedränge herrschte auch am Audi-Stand. Quelle: Thomas Frey/dpa

Die einen schnurren, die anderen brummen - und das sehr laut: Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt stellen die Autohersteller derzeit ihre Neuerungen vor. Das Thema E-Mobilität ist dabei in den Vordergrund gerückt, kaum ein Autohersteller kommt ohne vollmundige Gelöbnisse aus.

Auf der IAA präsentiert die Automobilindustrie ihre Neuerungen. In den Vordergrund ist die E-Mobilität gerückt – die bei einigen Herstellern trotzdem schick aussehen soll.

Mercedes zeigt die Luxus-Zukunft

Mercedes hat bei der IAA mit einem Ausblick auf die Luxus-Zukunft Eindruck geschindet: Der Autobauer plant eine elektrische Alternative zur S-Klasse, als Spitzenmodell für die EQ-Familie. Die Studie Vision EQ S bietet auf der IAA in Frankfurt einen ersten Ausblick.

Der Mercedes Benz Vision EQS: Ein Luxus-Stromer mit 700 Kilometern Reichweite. Quelle: imago images / Jan Huebner

Der über fünf Meter lange Luxusliner, der binnen zwei Jahren auf die Straße kommen soll, hebt sich von konventionellen Limousinen wie der S-Klasse vor allem durch seine ungewöhnlich fließende Form und sein umlaufendes Beleuchtungskonzept ab. Auch im Inneren will Mercedes mit auffälligen Lichtwelten und einem neuen Anzeige- und Bedienkonzept auf großflächigen, organischen Displays neue Wege gehen, so der Hersteller weiter.

Für das Messemodell sprechen die Schwaben von einer Akkukapazität von etwa 100 kWh, die eine Reichweite von bis zu 700 Kilometern ermöglichen soll. Dank einer theoretischen 350-kW-Ladung sei die Batterie in weniger als 20 Minuten wieder zu 80 Prozent voll. 476 PS sollen den Stromer außerdem in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei mehr als 200 km/h.

In Punkto Klimaschutz setzt Daimler außerdem auf seine Zulieferer. Deren CO2-Ausstoß werde zu einem Vergabe-Kriterium, kündigte Daimler-Chef Ola Källenius an. Zugleich schloss Källenius nicht aus, dass sein Konzern die strengen EU-Vorgaben zur Emission der Fahrzeugflotte im Jahr 2021 verfehlen könnte.

BMW gibt sich geheimnisvoll

BMW hat auf der IAA das Concept 4 vorgestellt - ein Ausblick auf das künftige Design des 4er BMWs. Langer Radstand, gestreckte Motorhabe - das BMW Concept 4 sieht wie ein typisches Fahrzeug der Bayern aus. Dass es über Auspuffrohre verfügt, lässt vermuten, dass der künftige 4er mit einem Verbrennungsmotor oder einem Hybridantrieb kommen soll. Doch Details dazu lässt der Autobauer offen.

Das Concept 4 bietet einen Ausblick auf den nächsten 4er BMW - doch der Antrieb ist noch ein Geheimnis. Quelle: Uwe Anspach/dpa

Dazu passt der Auftritt von BMW-Chef Oliver Zipse, der die abwartende Haltung des Konzerns bei Antriebstechnologien betonte. „Wir werden in der Lage sein, unseren Kunden alle relevanten Antriebsarten anzubieten: konventionelle Motoren, die Maßstäbe bei Effizienz setzen, batterieelektrische Antriebe sowie Plug-in-Hybride und in Zukunft auch die Wasserstoff-Brennstoffzelle“, sagte Zipse am Dienstag auf der Automesse IAA in Frankfurt.

Trotzdem will BMW in den kommenden zwei Jahren beim Verkauf von Elektroautos deutlich zulegen. „Bis Ende 2021 wollen wir insgesamt eine Million elektrifizierte Fahrzeuge auf die Straße gebracht haben“, bekräftigte Zipse. Bis Ende dieses Jahres hatte sich BMW das Ziel gesetzt, mindestens 500 000 Autos mit Misch- oder reinem Elektroantrieb verkauft zu haben. Dazu müssen in diesem Jahr noch gut 140 000 Autos an die Kunden gehen und damit ähnlich viele wie im vergangenen Jahr.

"Opel wird elektrisch"

Entschlossen geben sich die Rüsselsheimer: „Opel wird elektrisch!“ ist das Motto des Messestands - und E-Autos sowie E-Nutzfahrzeuge stehen klar im Vordergrund. Unter anderem sind in Frankfurt erstmals der Corsa-E sowie der Corsa E-Rallye zu sehen. Außerdem kündigte Konzernchef Michael Lohschneller an, dass ab 2021 der Combo Life, der Combo Cargo sowie der Zafira Life elektrifiziert werden, beim Vivaro sei das schon für 2020 geplant.

Mit Unterstützung von Jürgen Klopp: Opel hat auf der IAA den Corsa-E vorgestellt. Quelle: Getty Images

Ganz verlässt sich auch Opel nicht auf Batterie-betriebene E-Autos: Vom Astra kommen mehrere Neuauflagen, ebenso wie ein neuer "hocheffizienter" Corsa mit Verbrennungsmotor kommen soll - alle würden aber mit einem CO2-Ausstoß von weniger als 100 Gramm pro Kilometer einhergehen, heißt es bei Opel.

Byton dränt nach Europa

Die chinesische Elektroauto-Firma Byton hat ihr erstes Fahrzeug mit einem bisher einzigartigen Riesen-Display im Cockpit zur Serienreife gebracht. Auf der IAA in Frankfurt zeigte Byton das Produktionsmodell des SUV M-Byte. Die ersten Fahrzeuge sollen Mitte 2020 in China ausgeliefert werden, sagte Byton-Chef Daniel Kirchert. Im ersten Halbjahr 2021 folgen die USA und Europa.

Volle Breitseite: Den riesigen Bildschirm spendiert Byton seinem SUV M-Byte auch in der Serienversion.

Die Auslieferungen sollen damit drei Monate später als ursprünglich geplant beginnen. Zugleich soll der Wagen nun in Europa zeitgleich mit den USA auf den Markt kommen und nicht danach. „Das hat nichts mit dem Handelsstreit zu tun, sondern wir sehen, dass jetzt in Europa die Post abgeht“, sagte Kirchert. Das sei vor zwei, drei Jahren nicht absehbar gewesen.

Byton ist einer von mehreren neuen Anbietern, die vom Umschwung zur Elektromobilität profitieren. Die Firma bekam von Anfang an viel Aufmerksamkeit, weil sie von Ex-BMW-Managern gegründet wurde - und für das ungewöhnliche Innenraum-Konzept. Derzeit visiert das chinesische Unternehmen allerdings nur eine jährliche Produktion in Höhe von 100000 Fahrzeugen an.

Volkswagen setzt auf Massentauglichkeit

Nach langer Vorbereitung will Volkswagen jetzt mit dem Elektro-Mittelklassewagen ID.3 die E-Mobilität massentauglich machen. Vor dem Beginn der Automesse IAA zeigte der Konzern die Neuentwicklung am Montagabend erstmals der Öffentlichkeit. „Der ID.3 ist mehr als ein neues Modell. Das ist das Auto, das von uns jetzt erwartet wird“, sagte VW-Vorstandschef Herbert Diess in Frankfurt. Er sprach von einem „entscheidenden Moment“ für das Unternehmen.

Mit dem ID.3 will VW den Massenmarkt für E-Autos erobern. Quelle: Silas Stein/dpa

Die Serienfertigung des ID.3 soll im November im Werk Zwickau anlaufen, für das Frühjahr 2020 sind die ersten Auslieferungen geplant. Zwar hat die VW-Gruppe bereits einige Elektroautos im Programm - etwa den Audi e-tron oder den E-Sportwagen Porsche Taycan, dessen Produktionsstart am Montag war. Eine rein elektrische Großserie zu einem geringeren Einstiegspreis fehlte bisher aber noch.

Honda präsentiert den Elektro-Wicht

Schnörkellos mit glatten Flächen, leichten Wölbungen und abgerundeten Kanten - so präsentiert Honda die Serienversion seines vollelektrischen Kleinwagens „e“ auf der IAA. Ab Frühsommer 2020 soll der rund 3,90 lange, knubbelig wirkende Viertürer mit den kurzen Überhängen zu den Kunden rollen. Geplant sind zwei Leistungsstufen. Die kleine Variante startet ab 33 850 Euro. Das stärkere Modell will Honda ab 36 850 Euro anbieten.

Der Honda E ist ebenfalls ein Stromer - der eher bescheiden daherkommt. Das soll sich aber auch im Preis niederschlagen. Quelle: Getty Images

So gibt es den „e“ mit 100 kW/136 PS und mit 113 kW/154 PS - das maximale Drehmoment des Elektromotors liegt in beiden Fällen bei 315 Newtonmeter (Nm). Die Reichweite des Akkus gibt Honda mit bis zu 220 Kilometern an. Per Schnellladefunktion soll der Stromspeicher innerhalb von einer halben Stunde wieder 80 Prozent der Energie bereitstellen.

Skoda mit neuem SUV

Skoda bringt sein drittes SUV in Stellung: In diesen Tagen starten die Tschechen ab 17 950 Euro den Verkauf des Kamiq. Er bietet Platz für fünf Personen und 400 bis 1395 Liter Gepäck, so der Hersteller.

Der Skoda Kamiq kommt nur Verbrennungsmotoren. Quelle: Skoda Auto Deutschland GmbH/Skod

Angeboten wird das SUV zunächst mit drei Benzinern, einem Diesel und einem Erdgas-Motor (CNG). Alternativ zum Schaltgetriebe bietet der Hersteller für viele Varianten auch ein Doppelkupplungsgetriebe. Allradantrieb ist nicht im Angebot.

Baut Aldi ein Mondfahrzeug?

Audi zeigt auf der IAA eine experimentelle SUV-Studie für übermorgen. Der AI:Trail quattro ist ein elektrischer und teilweise autonomer Geländewagen - entwickelt für eine Zeit, in der größtenteils Sharing-Fahrzeuge unterwegs sein werden, so der Hersteller. Weil Autos dann nicht mehr alle Nutzungsanforderungen des Alltags abdecken müssten, würden die Fahrzeuge kompromissloser und extremer, begründete Designchef Marc Lichte die eigenwillige Gestaltung des Geländewagens.

Während der Audi AI:Trail quattro fürs Gelände gedacht ist. Die Studie ist ein Ausblick auf die künftigen Stromer des Konzerns - erinnert aber eher an eine Mondfähre. Quelle: imago images / Jan Huebner

Die Studie ist 4,15 Meter lang und mit 2,15 Metern ungewöhnlich breit. Sie erinnert mit freistehenden Rädern und verglaster Kapsel eher an eine Mondfähre als an ein Auto. Im Innenraum haben bis zu vier Passagiere Platz. Statt üppiger Bildschirmlandschaften nutzen die Insassen zur Bedienung von Fahrzeugfunktionen das Smartphone. Das Lenkrad schrumpft zu einem Steuerhorn. Das Armaturenbrett ist sehr schlank, der Blick fällt darunter und darüber durch den gläsernen Vorbau auf die Fahrbahn.

Porsche bleibt sportlich.

Bei Porsche steht auf der IAA der Taycan im Vordergrund - er wird der erste reine Stromer aus Zuffenhausen. Seine Premiere hat der Taycan allerdings schon in der vergangenen Woche gefeiert.

Auf der IAA zeigt Porsche deshalb auch viele konventionelle Sportwagen. Der Carrera4 feiert seine Premiere auf der IAA und kommt noch in diesem Herbst in den Handel, teilte der Hersteller mit. Die Preise für das Coupé beginnen demnach bei 112 509 Euro, das Cabrio startet bei 126 789 Euro. Wie der kürzlich vorgestellte 911 Carrera nutzt auch der Allradler einen drei Liter großen Sechszylinder-Boxer-Motor, der 283 kW/385 PS leistet.

Der Carrera4 soll noch im Herbst auf den Markt kommen. Quelle: Thomas Geiger/dpa-tmn

Der Carrera4 beschleunigt mit einem maximalen Drehmoment von 450 Nm im besten Fall binnen 4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht ein Spitzentempo von 289 km/h (Cabrio) oder 291 km/h (Coupé). Den Normverbrauch gibt Porsche mit mindestens 9,2 Litern und den CO2-Ausstoß mit 210 g/km an.

IAA zwischen SUV-Boom und Elektro-Zukunft

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RND/dpa

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