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Deutschland / Weltweit Licht und Schatten bei deutschen Großkonzernen
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Licht und Schatten bei deutschen Großkonzernen
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14:53 03.05.2012
Foto: Chiphersteller Infineon hebt seine Gewinnprognose leicht an: Die Automobilindustrie läuft gut und braucht viele Chips.
Chiphersteller Infineon hebt seine Gewinnprognose leicht an: Die Automobilindustrie läuft gut und braucht viele Chips. Quelle: dpa
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Frankfurt

Die Quartalsbilanzen deutscher Großkonzerne haben den Aktionäre am „Super-Thursday“ ein Wechselbad der Gefühle bereitet. Während der Autobauer BMW von Januar bis März ein Rekordvierteljahr einfuhr, leidet die Fluggesellschaft Lufthansa unter den hohen Energiepreisen und will 3500 Stellen streichen. Der Handelsriese Metro schrieb rote Zahlen und der Lastwagenbauer MAN verdiente weniger. Die Geschäfte des Halbleiterkonzerns Infineon liefen dagegen besser als erwartet. Beim Nivea-Hersteller Beiersdorf zeigt der Umbau erste Wirkungen.

Mit dem besten Auftaktquartal in der Firmengeschichte nahm BMW die erste Hürde auf dem Weg zu einem weiteren Rekordjahr und hält die Verfolger von Audi und Daimler weiter auf Distanz. Die Bayern profitierten wie die Konkurrenten in der Oberklasse vor allem von der großen Nachfrage in Übersee, insbesondere in China und den USA. Unter dem Strich verdiente BMW zwischen Januar und März fast 1,35 Milliarden Euro, gut 18 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Hiobsbotschaften verkündete die Lufthansa. Sie will im Zuge ihres milliardenschweren Sanierungsprogramms in den kommenden Jahren weltweit 3500 Stellen streichen. Im ersten Quartal flog die Fluggesellschaft wegen hoher Treibstoffkosten und neuer Belastungen durch den Emissionshandel tief in die roten Zahlen. Der operative Verlust fiel mit 381 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor.

Preissenkungen der Elektronikketten Media Markt und Saturn drückten den Handelsriesen Metro zum Jahresauftakt in die roten Zahlen. Der Düsseldorfer Konzern verzeichnete einen Verlust von 81 Millionen Euro. Vor einem Jahr stand unter dem Strich noch ein Minigewinn von 14 Millionen Euro. Deutschlands größtes Handelsunternehmen kündigte einen deutlichen Arbeitsplatzabbau in der Verwaltung an, nannte aber keine konkreten Stellenzahlen.

Wenig Freunde bereiteten auch der Lastwagenbauer MAN und der Baustoffhersteller Heidelbergcement ihren Aktionären. MAN bekam die schwächeren Märkte vor allem in Westeuropa zu spüren und verdiente im ersten Quartal mit 129 Millionen Euro deutlich weniger als vor einem Jahr. HeidelbergCement rutschte wegen kräftig gestiegener Energiekosten mit 204 Millionen Euro (Vorjahr: minus 161 Mio) tiefer in die Verlustzone.

Beim Nivea-Konzern Beiersdorf beginnt sich dagegen der Umbau im Kosmetikgeschäft auszuzahlen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBIT) legte von 167 auf 198 Millionen Euro zu. Unter dem Strich kam Beiersdorf beim Ergebnis nach Steuern auf 125 Millionen Euro und landete damit auf Vorjahresniveau.

Der Halbleiterkonzern Infineon durchschritt die Talsohle schneller als erwartet. Nach einem ordentlichen zweiten Quartal hob der Chiphersteller seine Umsatz- und Gewinnprognose für das gesamte Geschäftsjahr leicht an. Die Delle soll kleiner ausfallen als bisher angekündigt, denn die Autoindustrie läuft wieder gut und braucht mehr Chips.

Der Medizinkonzern Fresenius bekräftigte nach einem Gewinnanstieg im ersten Quartal seine optimistischen Prognose. Nach endgültigen Zahlen steigerte Fresenius den Umsatz auf Konzernebene unter anderem dank eines prozentual zweistelligen Umsatzplus bei der ebenfalls im Dax notierten Dialysetochter Fresenius Medical Care um 13 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 18 Prozent auf 200 Millionen Euro.

dpa