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Deutschland / Weltweit Lohnnebenkosten in Deutschland unter EU-Schnitt
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Lohnnebenkosten in Deutschland unter EU-Schnitt
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14:49 11.04.2011
Lohnnebenkosten in Deutschland unter EU-Durchschnitt. Quelle: Stefan Arend (Symbolbild)
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Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete, bezahlten Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft im vergangenen Jahr durchschnittlich 29,20 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde - und damit 32 Prozent mehr als Unternehmer im Durchschnitt der Europäischen Union, aber 12 Prozent weniger als im Nachbarland Frankreich. Unter den 27 EU-Ländern rangiert Deutschland damit auf Rang sieben.

Mit einem Anteil der Lohnnebenkosten an den Bruttolöhnen von 28 Prozent rangiert Deutschland hingegen auf Rang 15 und damit im EU-Mittelfeld. Im EU-Schnitt zahlen Arbeitgeber auf 100 Euro Bruttolohn und - gehalt 31 Euro Lohnnebenkosten. In absoluten Zahlen liege das deutsche Niveau wegen der hohen Bruttolöhne verglichen mit anderen europäischen Ländern allerdings deutlich höher, sagte ein Statistiker.

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Am höchsten sind die anteiligen Lohnnebenkosten nach den Angaben in Schweden mit 51 Euro auf 100 Euro Lohn gefolgt von Frankreich (49 Euro). Am wenigsten Sozialabgaben und Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung müssen die Arbeitgeber mit 10 Euro in Malta abführen.

Dass die OECD die hohen Sozialabgaben in Deutschland als Wachstumsbremsen kritisiert hat, steht nicht im Widerspruch zu den Zahlen des Statistikamtes: „Unsere Zahlen beziehen sich nur auf den Arbeitgeberanteil. Rechnet man den Arbeitnehmeranteil an den Sozialversicherungen sowie die Lohnsteuer hinzu, liegt Deutschland EU-weit in der Spitzengruppe“, erklärte ein Statistiker.

Beim Niveau der Arbeitskosten insgesamt rangiert Deutschland im europäischen Vergleich nach Dänemark, Belgien, Schweden, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden auf Rang sieben. Dänemark wies 2010 mit 37,60 Euro die höchsten, Bulgarien mit 3,10 Euro die niedrigsten Arbeitskosten je geleistete Stunde auf.

In der deutschen Industrie war eine Stunde Arbeit im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 33,10 Euro sogar 47 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt, aber immer noch 3 Prozent billiger als in Frankreich. Moderate Tarifabschlüsse in den vergangenen Jahren hatten allerdings die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen auf dem Weltmarkt und damit die Exportstärke gefördert.

Die Branchen mit den höchsten Arbeitskosten in Deutschland waren 2010 die Energieversorgung (44,50 Euro) sowie Banken und Versicherungen (43,70 Euro). Die niedrigsten Arbeitskosten zahlten Arbeitgeber im Gastgewerbe mit 14,30 Euro.

dpa