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Deutschland / Weltweit Max-Bahr-Verkauf geht in die heiße Phase
Nachrichten Wirtschaft Deutschland / Weltweit Max-Bahr-Verkauf geht in die heiße Phase
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20:53 29.09.2013
Die Praktiker-Tochter hatte kurz nach dem Mutterkonzern Insolvenz angemeldet. Quelle: dpa
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Hamburg

Der Verkauf der insolventen Baumarktkette Max Bahr geht nach einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ in die heiße Phase. Nach Informationen des Blattes sollen Interessenten bis Dienstag verbindliche Kaufangebote abgeben. Der Sprecher der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder, Holger Voskuhl, wollte den Bericht nicht kommentieren. „Wir geben wie gehabt keine Wasserstandsmeldungen ab“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa am Samstag.

Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ sollen sich die Globus-Gruppe, ein Konsortium um die Baumarktkette Hellweg sowie ein weiterer strategischer Investor für die Praktiker-Tochter interessieren. Insgesamt sollen mindestens 125 Märkte den Besitzer wechseln. Laut „Wirtschaftswoche“ gilt als Knackpunkt die Frage, inwieweit die Royal Bank of Scotland (RBS) Mietkürzungen akzeptiert. Die Bank ist größter Gläubiger des Max-Bahr-Vermieters Moor Park.

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Unterdessen signalisierte der Baumarkt-Konzern Hornbach Interesse an einzelnen Praktiker- und Max-Bahr-Märkten. „Wir haben bei den Insolvenzverwaltern Interesse an bis zu zehn Praktiker- und Max-Bahr-Standorten angemeldet, die wir mieten oder kaufen wollen, um weiße Flecken auf der Hornbach-Landkarte zu schließen“, sagte Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Holding, dem Berliner „Tagesspiegel“ (Montagausgabe). Im Rheinland, etwa in Köln und Düsseldorf, aber auch in Rostock, Hamburg und München gebe es noch Potenzial.

Sollte Hornbach die Immobilien übernehmen, könnten dem Zeitungsbericht zufolge auch die Beschäftigten dieser Standorte profitieren. „Die Mitarbeiter, die vorher dort gearbeitet haben, hätten gute Chancen, wieder eine Stelle zu bekommen“, sagte Hornbach. An einer Komplett-Übernahme der Praktiker-Tochter Max Bahr hat Hornbach jedoch kein Interesse. „Wir wollen lieber organisch wachsen, statt auf eine Fusion zu setzen“, sagte der Manager. „Max Bahr passt auch konzeptionell nicht zu uns“, fügte Hornbach hinzu.

Wegen der Praktiker-Pleite hofft Hornbach auf mehr Kunden. „Die ganze Branche wird davon profitieren, dass Praktiker den Markt verlässt, auch wir“, sagte Hornbach. „Wir denken, dass rund ein Drittel der Praktiker-Umsätze in Höhe von drei Milliarden Euro künftig beim Wettbewerb landen werden.“

Anfang September hatten die Insolvenzverwalter mitgeteilt, dass der Verkauf von Praktiker gescheitert ist. Die Kette verschwindet vom deutschen Markt, derzeit läuft in den Filialen der Ausverkauf. Max Bahr gilt als Perle des Konzerns. Unter dieser Bezeichnung werden insgesamt 132 Märkte geführt - 54 ehemalige Praktiker-Filialen waren erst in den vergangenen Monaten umgeflaggt worden.

dpa/sag

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